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Die Freiwillige Feuerwehr
wurde Nutzer ihrer Feuerlöschgeräte und die
Stadtgemeinde verpflichtete sich die Kosten zu tragen. Als
Bezirksbrandmeister des Amtsbezirkes wurde Gustav Müller am 1.
September desselben Jahres ernannt. Dadurch wurde der
Bäckermeister Arno Dornheim zum neuen Kommandanten
gewählt und durch den Bürgermeister Dr. v. Fewson zum
Ortsbrandmeister berufen. Eine neue Garnitur Uniformröcke
wurde 1898 angeschafft.
| Das 30. Stiftungsfest
Im Mai wurde das 30. Stiftungsfest begangen. Um
der Jubiläumsfeier eine besondere Würde zu verleihen,
leitete der Kommandant Arno Dornheim mit einem dreimaligen Hoch auf die
Königliche Hoheit, den Großherzog, die Feier ein. Es
wurde dann eine Stammübung des Korps vorgeführt, dem
Großherzoglichen Landesbranddirektor Freiherr von und zu
Eglostein. Daraufhin spendete man der Mannschaft ein ehrenvolles Lob.
Kurz darauf bewegte sich ein stattlicher Festumzug mit 2 Trommlern, dem
Musikchor und nahezu 240 Feuerwehrleuten durch verschiedene
Stadtviertel. Nach Beendigung des Umzuges wurde vom
Schriftführer Schwarz der Jahresabschlussbericht vorgetragen.
Und folgende Ehrungen wurden verliehen: Die "Goldene Medaille"
für 30 Jahre Dienstzeit an: Karl Eckhard, Karl Drescher,
Wilhelm Sattler, Franz Hinweg und Karl Krug. Die "Goldene Schnalle"
für 25 Jahre Dienstzeit erhielten: Adolf Köber,
Friedrich Drescher und Karl Schneider. Und mit der "Silbernen Schnalle"
für 20 Jahre Dienst wurden Karl Hoffmann und Herrmann
Meißner ausgezeichnet.
Am 25. Januar 1902 brach ein Brand gegen 20 Uhr in der Kistenfabrik
Ungelenk in der oberen Bahnhofstraße 32a aus. Durch einen
Wasserrohrbruch in der Dornburger Straße wurden die
Löscharbeiten erschwert. Auf dem Platz waren
Holzvorräte im Wert von 28.000,00 Reichsmark (1.431,62 Euro)
verbrannt. Der Dachstuhl im Ungelenk´schen Wohnhaus und die
obere 2. Etage waren vollkommen ausgebrannt. Die Telegraphenleitungen
wurden beschädigt, der Mast dagegen nicht. Die umliegenden
Ortschaften Herressen, Kleinromstedt, Schöten, Stobra,
Sulzbach, Oberndorf, Obertrebra, Rannstedt, Utenbach,
Niederroßla, Mattstedt, Eberstedt, Neustedt, Wickerstedt,
Nauendorf, Hermstedt, Zottelstedt, Flurstedt, Niedertrebra, Wersdorf,
Pfiffelbach, Oßmannstedt, Wormstedt und Isserstedt wurden
zusätzlich hinzugerufen. Wobei acht davon mit ihren Spritzen
in Tätigkeit traten. Die Brandursache war ein Funkenflug aus
der Tischlerwerkstatt der Fabrik, welche die
Sägespäne entzündet hatte.
1903 wurde die erste mechanische Leiter mit Pferdebespannung, ca. 20
Meter hoch, angeschafft. Am 24. April hatte das
Großherzogliche Staatsministerium beschlossen zu den Kosten
von 3.000,00 Reichsmark (153,39 Euro), zur Beschaffung einer
mechanischen Auszugsleiter, noch 1.000,00 Reichsmark (51,13 Euro) dazu
zu geben, wenn innerhalb von 3 Monaten durch ein Zeugnis des
Bezirksbrandmeisters die Anschaffung nachgewiesen wird.
In der Fa. Ruppe & Sohn am Flurstedter Marktweg brach am 2.
Juli 1905 ein Brand aus. Zwischen der Tischlerei und dem neuen
Betriebsgebäude für den Automobilbau brannte das
Obergeschoss des Zwischenbaus. Bei den Löscharbeiten im
Obergeschoss wurde durch zusammenbrechendes Gebälk Richard
Bräuning am Bein verletzt. Für seinen selbstlosen
Einsatz wurde ihm vom Großherzog Wilhelm Ernst das
"Ehrenzeichen der Feuerwehr" des Großherzogtums
Sachsen-Weimar verliehen.
| Das 40. Stiftungsfest
Die Feier zum 40-jährigen Bestehen der
Freiwilligen Feuerwehr Apolda fand im Juni 1908 statt. Die Einleitung
wurde mit einer theaterlichen Aufführung begangen. Am Tag
darauf empfing man am Vormittag die auswärtigen Wehren im
Restaurant "Zum Anker" in Wickerstedt. Kameraden aus Weimar, Jena, Bad
Sulza, Zottelstedt, Mattstedt, Bad Kösen, Naumburg und Erfurt
waren anwesend. Ihr Können musste die Wehr bei einer
Übung auf dem Turnplatz unter Beweis stellen. Im Spritzenhaus
begutachtete man sämtliche Einrichtungen, dann
ertönte völlig unerwartet Alarm. Gemeldet wurde ein
Brand in der Vereinsbrauerei "Melzerei". Wegen des großen
Wertes, der auf dem Spiel stand, rückten alle Wehren aus. Eine
frische Brise ließ das Feuer erneut aufflammen. Unter Leitung
von Herrn Dornheim gelang der Angriff so vollkommen, dass in
frühester Zeit jede Gefahr beseitigt war. Auf dem Boden des
Gebäudes entdeckte man zwei Männer, welche sich vor
dem entwickelten Qualm in eine Ecke geflüchtet hatten. Die
Rettung erfolgte durch das Sprungtuch und den Rettungssack. Danach
wurde der Festakt fortgesetzt bei der Herr Dornheim die
Begrüßung der umstehenden Personen, besonders der
Ehrengäste und Kameraden übernahm. Die Wehr bekam
diverse Anerkennungen und Auszeichnungen für gut geleistete
Arbeit. Die Stadt Apolda stiftete 500,00 Reichsmark (25,56 Euro). Dabei
wurden 400,00 Reichsmark (20,45 Euro) für das Fest eingesetzt
und 100,00 Reichsmark (5,11 Euro) für die
Unterstützungskasse bereit gestellt. Am Jahresende legte der
Bäckermeister Arno Dornheim seine Ämter als
Kommandant der "Freiwilligen Feuerwehr Apolda" und als Ortsbrandmeister
der Stadt Apolda, wegen Krankheit, nieder. Danach wurde er
Ehrenmitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Nachfolger wurde der
Schornsteinfegermeister Richard Bräuning, der seit 1896
Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr war und seit 1899
Schriftführer.
| Der Gründungstag des
Spielmannzuges der "Freiwilligen Feuerwehr Apolda"
Am 9. März 1909 war der
Gründungstag des Spielmannszuges der Freiwilligen Feuerwehr
Apolda.
Gleich nach seiner Wahl am 28. März erwarb sich Richard
Bräuning große Verdienste um eine bessere
Organisation der Freiwilligen Feuerwehr, sowie um die Verbesserung der
technischen Ausrüstung. Es wurde eine Verjüngung der
Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr vollzogen, ältere
Kameraden wurden passive oder Ehrenmitglieder. Gleichzeitig mit seiner
Wahl zum Leiter der Freiwilligen Feuerwehr wurde Richard
Bräuning vom Gemeindevorstand und vom Gemeinderat die Stelle
des Ortsbrandmeisters übertragen.
Im April wurde ein Frischluftgerät, ein
König´scher Rauchhelm, beschafft. 1910 wurde Richard
Bräuning vom Bezirksausschuss zum Bezirksbrandmeister
für den Feuerlöschbezirk Apolda, Stadt und Land
gewählt. Im Juni wurde durch die Stadt eine kleine moderne
mechanische Leiter gekauft (Steighöhe 14 Meter). Gleichzeitig
mit dem 25-jährigen Bestehen des Spritzenhauses feierte man
das 42. Stiftungsfest im September des Jahres 1910. Die Prunkvolle
Feierlichkeit begann mit einem Fackelumzug bei dem die aktiven
Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr in ihren blitzenden Uniformen von
der unteren Bachstraße über den Heidenberg bis hin
zum Markt marschierten, von da aus über die
Bahnhofstraße in Richtung Darrplatz und zum
Bürgerverein. Dort begrüßte Herr
Bräuning die Gäste.
Am 14. September 1911 wurde das Gehalt des Ortsbrandmeister von 250,00
Reichsmark (12,78 Euro) auf 300,00 Reichsmark (15,34 Euro)
erhöht.
Zum 44. Feuerwehrtag des Thüringer Verbandes im Juni 1912 in
Apolda erhielt die Feuerwehr hohe Anerkennung in der Vereins- und
Verbandstätigkeit. Die Freiwillige Feuerwehr stellte sich an
die Spitze des Landkreises, wenn es um die Brandbekämpfung
oder die Verbesserung des Feuerlöschwesens ging.
Am 19.Oktober brach ein Brand in der Klause bei Baumbach aus, am 29.
Oktober brannte es in der Jägerstraße bei
Püschel und am 27. November ein Keller auf dem Heidenberg bei
Menzel.
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