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| Besetzung der Amerikanischen Kampftruppen
Am 11. April 1945 war die Stadt kampflos an die Amerikanischen Kampftruppen
durch Oberbürgermeister Dietz übergeben wurden. Auf Anordnung des
amerikanischen Stadtkommandanten wurde eine 24 Mann starke Wache im
Feuerwehrdepot eingerichtet, welche sich "Fire-Police" nannte.
Diese sollte an der Eisenbahnstrecke Weimar - Großheringen Kontrollen
durchführen. Sie war in 3 Schichten eingeteilt, so dass mit den vier,
im Feuerwehrdepot wohnenden Feuerwehrmännern, eine vollzählige Einsatzgruppe
vorhanden war. Weitere Einsatzkräfte konnten über die Alarmschleifen alarmiert
werden. Die Auslösung des Alarmes erfolgte in der Polizeiwache.
| Besetzung der Roten Armee
Die Besetzung der Roten Armee erfolgte am 1. Juli 1945.
Durch den Befehl Nummer 10 des Kontrollrates der sowjetischen
Militäradministration wurde festgelegt, dass alle militärischen Organisationen
aufgelöst werden sollten. So musste auch die Feuerlöschpolizei Apolda aufgelöst
werden.
Die Meldung zur Soll- und Iststärke am 5. September: 1 Wehrführer, 4 Zugführer,
8 Gruppenführer davon ein Obermaschinist, 64 Wehrmänner davon 8 Maschinisten.
Für die Angehörigen einer Feuerwehr gilt die Verordnung des Präsidenten
des Landes Thüringen vom 23.07.1945, über die Rangordnung der Verwaltung
von Nazielementen.
Die Feuerwehrhelferinnen wurden sofort entlassen, die Korps wurden mit
der männlichen Jugend ab 16 Jahren aufgefüllt. Die alten Uniformen wurden
weiter getragen mit einer Armbinde mit der Aufschrift "Feuerwehr".
Der Thüringer Feuerwehrverband sollte neu gegründet werden,
Mitgliedsbeiträge sind zu erheben und Referenten sollten zur Verfügung
gestellt werden. Gegenüber der russischen Besatzungsbehörde bestand
Grußpflicht.
Folgende Dienstgradbezeichnungen hatte die Freiwillige Feuerwehr:
Stadtbranddirektor (Kreiswehrführer der Freiwilligen Feuerwehr als
feuerwehrtechnischer Aufsichtsbeamter des Oberbürgermeisters),
der Kreisbranddirektor (wie Stadtbrandinspektor), der Bezirksbrandmeister
des Unterkreises 1 der Freiwilligen Feuerwehr im Landkreis) und der
Hauptbrandmeister.
In einer Mitgliederversammlung am 25. Oktober 1945 wurde den Kameraden
der Feuerwehr mitgeteilt, dass der Kreiswehrführer Franke von seinen
Aufgaben entbunden und Kamerad Erich Premsler zum Stadtbranddirektor
berufen wurde. Die Übergabe erfolgte am 31. Oktober, als Stellvertreter
wurde Brandmeister Ehrhardt berufen.
Der Freiwilligen Feuerwehr standen ein Löschfahrzeug 25 der Fa. Benz
Baujahr 1942, ein Löschfahrzeug 15 der Fa. Opel Baujahr 1944,
Löschfahrzeug 8 der Fa. Mercedes Benz Baujahr 1940. Das 1922 beschaffte
Löschfahrzeug und die Drehleiter waren voll einsatzbereit außerdem waren
noch 3 Tragkraftspritzen vorhanden.
Bei den Ferneinsätzen gab es glücklicherweise nur Verletzte. Auf der
Rückfahrt vom Einsatz in Nordhausen im April 1945 wurde das Löschfahrzeug 25,
das Löschfahrzeug 15 der Fa. Total und der LKW der Stadtverwaltung bei
einem Tieffliegerangriff am Bahnhof Etzleben beschädigt.
Nach 1945 wurde der Freiwilligen Feuerwehr die große Aufgabe gestellt,
Brände zu verhüten um Volkseigentum zu erhalten und zu verstärken.
Es entstanden noch sehr viele Brände, die mit großen Schwierigkeiten gelöscht
werden mussten: Da Mangel an Kraftstoffen herrschte, die Löschfahrzeuge
durch Kriegseinwirkung teilweise beschädigt waren, es gab keine Reifen und
vieles andere mehr. In der ersten Zeit fuhr die Wehr zu kleineren Bränden
mit Trupps, die den Hydrantenwagen mit der Hand schoben. Mit großen Umwegen
wurden die so dringend benötigten Reifen beschafft. Uniformen wurden zusammen
gestoppelt, die Feuerwehr wuchs wieder und trat mehr ins öffentliche Leben.
Allerdings manchmal auch auf die Art, dass sie mit dem Löschfahrzeug
plus Anhänger in die Kohlengrube fuhren und Kohlen für die Kinderheime
und Krankenhäuser holten. Durch die tatkräftige Unterstützung der
Sowjetarmee wurde mehr und mehr das gesamte Feuerlöschwesen in der
Stadt Apolda wieder aufgebaut.
Am 1. Januar 1946 wurde die Landesregierung Thüringer Bildung des
Landesbrandschutzamtes (LBA) gegründet. Mit dieser Bildung wurde die
dezentrale gemeindliche Feuerwehr angestrebt, die es bereits vor 1943 gab.
Das LBA hatte vor allem technische Fragen zu entscheiden. Apolda gehörte
zur Inspektion Erfurt und hatte eine Wehr mit 8 hauptamtlichen und
75 freiwilligen Kräften zu bilden.
Im Sommer zur Einweihung der "Landesfeuerwehrschule Thüringen" im Schloss
Reinhardtsbrunn waren auch die Apoldaer Kameraden mit dem
Löschfahrzeug 15 Benz und der mechanischen Drehleiter dabei.
Am 28. August, einem Sonntagmorgen gegen 9.30 Uhr fand eine Schauübung der
"Freiwilligen Feuerwehr Apolda" im Gebäude der ehemaligen Rheinmetall-Werke
statt, um der Bevölkerung zu zeigen, dass sie ständig für den Ernstfall
gerüstet sind. Stadtbrandinspektor Premsler gab den Zuschauern bekannt,
wie sich die Feuerwehr im Notfall verhalten würde. Währenddessen wurde
den Gästen das bisher noch nicht gezeigte Rettungsmittel "Rutschtuch"
vorgeführt. Vor dieser Übung gab es eine Vorführung und Schulübung an den
Geräten im Beisein des Landesbrandinspektors Heinze, Oberbürgermeisters
Berger und Polizeidirektor Römer. Das einzige Manko war die Klingelanlage.
Sie klingelt im Alarmfall noch nicht alle Männer aus dem Bett, weil manche
Anschlüsse, mangels Material noch nicht verlegt werden konnten.
Eine Bekanntmachung erfolgte am 11. Oktober 1946 durch den
Oberbürgermeisters der Stadt Apolda:
"Es wird darauf hingewiesen, das die früheren Luftschutzsirenen in den
Dienst der Feuerwehr gestellt sind. Bei Feueralarm wird ein 1 Minute
anhaltender Dauerton ausgelöst."
Folgende Auszeichnungen wurden im Kalenderjahr vergeben:
Hauptbrandmeister Paul Ehrhardt für 46 Jahre Dienstzeit,
Oberfeuerwehrmann Paul Lange für 25 Jahre Dienstzeit,
Oberfeuerwehrmann Karl Reime für 25 Jahre Dienstzeit,
Wehrmann Alfred Kieser für 25 Jahre Dienstzeit,
für 20 Jahre Dienstzeit der Brandmeister Max Hoppe,
der Löschmeister Walter Poser, der Oberfeuermann Willi Liebeskind
und der Löschmeister Walter Premsler.
Am 4. November 1947 wurde vom Thüringer Landtag zu dem
"Gesetz über das Feuerlöschwesen und den Katastrophenschutz" getagt.
Dabei wurde beschlossen, dass der Stadtkreis Apolda eine Berufsfeuerwehr
(ständige Brandschutzwache) zu errichten und zu erhalten hatte.
Als Leiter der Kommandostelle Apolda des Brandschutzamtes Weimar wurde der
Oberbrandmeister Veit eingesetzt.
Die Bilanz des Jahres 1947 der Freiwilligen Feuerwehr Apolda:
352 Alarmierungen und 9.614 Gesamteinsatzstunden
zur Bekämpfung von 3 Großbränden (Überlandfeuer), 4 Mittelbränden,
76 Kleinbränden, 54 Hilfeleistungen,
dabei waren 1.032 Mann mit insgesamt 3.176 Stunden eingesetzt.
Sicherheitswachen wurden im Theater, Kino und in anderen öffentlichen
Einrichtungen gestellt und von 645 Wachen mit insgesamt 1.935 Stunden geleistet.
Dabei wurden 2.780 Meter B- und 1.435 Meter C-Schlauchleitungen gelegt.
Erfreulicher Weise waren bei diesen Einsätzen Unglücksfälle der
Feuerwehrmänner nicht zu verzeichnen. Dem Stadtkreis Apolda standen eine
Berufsfeuerwehr mit 8 Mann, 2 Freiwillige Feuerwehren mit zusammen
51 Mann und 4 Werksfeuerwehren mit 52 Mann zur Verfügung.
1948 wurde das Feuerlöschgesetz neu beschlossen. Das gesamte Feuerlöschwesen
wurde dem Innenministerium unterstellt. Das LBA überwachte nun alle
Einrichtungen und Maßnahmen des Feuerlöschwesens. In den Stadt- und Landkreisen
wurden Brandschutzämter gebildet. Vom Rat der Stadt mussten alle Fahrzeuge
und Liegenschaften an das Brandschutzamt Weimar übergeben werden.
Die Berufswache wurde auf 27 Kameraden erhöht. Die Kameraden der
Freiwilligen Feuerwehr mussten die Wohnungen im Feuerwehrdepot räumen.
Im Jahr 1948 vollzogen sich folgende Führungswechsel: zuerst wurde
Paul Donnerstag zum Kreiswehrführer ernannt, dann folgte Fritz Görmar
und danach Günther Körbs.
Im August 1949 wurde mit der "Verordnung über das Brandschutzwesen in den
Ländern der Sowjetischen Besatzungszone" eine weitere Veränderung eingeleitet.
Die Ersatzteilfrage wurde von den Feuerwehren zur entscheidenden Frage für
die weitere Einsatzbereitschaft. In der ehemaligen Sowjetischen Besatzungszone
gab es zwar Feuerwehrfahrzeughersteller aber keine Fahrgestelle für die neuen
Fahrzeuge. Die Bemühungen von Landesbranddirektor Schirmer, Fahrgestelle
von der Fa. Mercedes-Benz zu erhalten, blieben ohne Ergebnisse.
Mit Übergang zur Zentralverwaltungswirtschaft in der ehemaligen DDR wurde
die Berufsfeuerwehr Apolda als Dienstzweig Feuerwehr in die deutsche
Volkspolizei übernommen. Durch diesen Dienstzweig wurden alle freiwilligen
Feuerwehren angeleitet und materiell-technisch versorgt.
Die 1. Brandschutzwoche wurde durchgeführt. Sie war ein Erfolg und immer
mehr Menschen begriffen das Hauptanliegen der Feuerwehr. Im Jahr 1950
wurde Alfred Thielemann zum Kreiswehrführer der Stadt Apolda.
Ab Anfang der 50er Jahre wurden im Stadtgebiet die älteren Feuermelder
gegen neue aus der DDR-Produktion ausgetauscht, sowie an neuen
Standorten weitere installiert.
Am 26. Juni des Jahres 1953 wütete ein Unwetter über Apolda,
20 Hektar der unteren Stadt wurden überschwemmt. An zahlreichen Stellen
stauten sich die Wassermassen an den Hauswänden bis zu einer Höhe von
2 Metern. Alle Angehörigen der Feuerwehren waren mit allen Fahrzeugen
im Einsatz. Die Feuerwehren von Niedertrebra, Obertrebra und Wickerstedt
halfen mit. Insgesamt 16 Wehren waren im Einsatz und pumpten mühevoll
tagelang Keller leer. Mit der administrativen Anleitung der
Freiwilligen Feuerwehr durch die Abteilung Feuerwehr ging die Mitgliederzahl
immer mehr zurück.
Ein Brand brach im Gebäude der Ziegelei "Tilgner" im Faulborn am
27. November 1953 aus. Die Ziegelei war ein Fachwerkgebäude, in dem
sogenannte Nasspresssteine hergestellt wurden. Beim Eintreffen der
Feuerwehr brannte das Gebäude in voller Ausdehnung. Die Nasspresssteine
waren eine Mischung aus Torf, Rohbraunkohle und Kohlengrus, die nass gepresst
und auf Lattenrosten getrocknet wurden. Diese hatten sich an den Flammen der
zusätzlich aufgestellten offenen Öfen entzündet. Der Einsatz der Feuerwehr
wurde erschwert, da der Wasserdruck für die große Wassermenge die gebraucht
wurde, einfach nicht ausreichte. Alle Feuerwehrfahrzeuge waren im Einsatz
und es dauerte 20 Minuten bis der Druck im Rohrnetz verstärkt werden konnte.
Am Ende brannte das Gebäude bis auf die Grundmauern nieder und es entstand
ein Sachschaden in Höhe von 150.000,00 Mark (38.346,89 Euro).
Erst mit dem Gesetz "Zum Schutze vor Brandgefahren" im Januar 1956 wurde
die Feuerwehr neu organisiert. Die Verantwortung wurde den Gemeinden übertragen.
Damit waren die Bürgermeister für ihre Freiwilligen Feuerwehren zuständig.
Die materiell-technische Versorgung blieb zentral, dafür war der
Kreisbrandschutzbeauftragte beim Rat des Kreises zuständig.
| Die Auflösung der Berufsfeuerwehr
Im Mai 1958 erfolgte die Übergabe der Löschfahrzeuge 25 und des
Löschfahrzeuges 8 Typ Granit K27 zur ständigen Nutzung durch Bürgermeister Koch.
Löschmeister Egon Reime wurde kommissarisch zum Leiter der
"Freiwilligen Feuerwehr Apolda" berufen. Es wurde somit die Berufsfeuerwehr
aufgelöst. Im Statut der Freiwillige Feuerwehr waren 1959 die Rechte und
Pflichten sowie die Befugnisse der Angehörigen der örtlichen und betrieblichen
Freiwilligen Feuerwehr festgelegt. Auch eine neue Bekleidungsvorschrift
wurde erlassen. Bis zum Jahr 1963 wurden die Kameraden durch die
Lehrgangsteilnehmer des Ausbildungskommandos unterstützt. In den Jahren 1964,
1966 und 1967 wurde das Kollektiv der Freiwilligen Feuerwehr mit der
"Aufbaunadel" in Gold ausgezeichnet. 1966 erhielten sie die "Ehrennadel der
Nationalen Front". Auch die sportliche Ausbildung der Kameraden wurde nicht
vernachlässigt. Von Beginn an nahmen sie aktiv am Feuerwehrkampfsport teil.
Belohnung für diese anstrengende Arbeit waren 1963, 1964 und 1965 der Titel
als Kreismeister im Feuerwehrkampfsport. 1965 wurden sie Pokalsieger.
Noch im gleichen Jahr zeichnete man die Wehr als Gewinner des Wanderpokals
der "Deutschen Versicherungsanstalt" aus und sie erhielten den Titel des
"Kreismeister und Pokalsieger" auf der 100m Bahn durch den Kameraden Dieter Seels.
Nach Auflösung des Ausbildungskommandos und immer häufigerer Störungen kam
auch 1964 das Ende für die Apoldaer Feuermeldeanlage. Die Feuermeldungen
waren nur noch über Telefon Notruf 112 möglich und die Alarmierung der
Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr erfolgte ausschließlich über das
Sirenennetz der Deutschen Post, welches von nun an ausgebaut werden sollte.
| Das 100-jährige Bestehen
Vom 2. bis 6. Mai 1968 feierte die Freiwillige Feuerwehr ihr 100-jähriges Bestehen.
Die Feuerwehrkameraden aus der französischen Partnerstadt Seclin waren Gäste
dieses großen Festes. Aus diesem Anlass erhielt das Kollektiv der
Freiwilligen Feuerwehr die "Verdienstmedaille im Brandschutz". Egon Reime,
Hans Joachim Arnold und Günther Fleßner erhielten eine Auszeichnung als
"Aktivisten der sozialistischen Arbeit". Horst Kästner erhielt die Medaille
"Für treue Dienste in der Freiwilligen Feuerwehr" in Silber.
Rolf-Dieter Hüttenrauch und Wolfgang Lutze erhielten dieselbige Medaille
in Bronze. Wolfgang Lutze bekam eine Beförderung als Unterbrandmeister.
Heinz Berger und Dieter Haase wurden zum Löschmeister befördert.
Hauptfeuermeister wurden Heinz Behrenbruch, Werner Putze, Erwin Hall und
Rolf-Dieter Hüttenrauch. Als Oberfeuerwehrmann ernannte man Karin Stach,
Renate Glöckner, Rainer Trysch und Roland Thamm. Die Beförderung als
Feuerwehrmann bekamen W. Remt und B. Schenk.
1970 wurden die Kameraden erstmalig mit Funkmeldeempfängern ausgestattet.
Im Januar 1972 brach ein Feuer in den Produktionsräumen eines
Strickereibetriebes in der Goethestraße aus. Dort brannten größere Mengen
an Wollpryla, Polyester und Polyamid. Die im Gebäude vorhandenen
4 Wohnungen waren ebenfalls vom Brand erfasst. Dabei musste eine Mutter mit
ihren beiden Kindern aus einer lebensbedrohlichen Lage gerettet werden.
Brandmeister Walter Körbs fiel bei diesem Brand vom Dach und verletzte sich schwer.
Ein weiterer Brand ereignete sich im Mai desselben Jahres. Es brannten 4
Lagerhallen im größten chemischen Betrieb Apolda "Laborchemie". Nur unter
größten Anstrengungen konnte die 5. Lagerhalle gehalten werden. Einen Tag
nach dem Brand starb der Kamerad Görmar an einer Vergiftung (laut Arzt).
Am 09.12.1981 brannte das "VEB Astrima" am Heidenberg. Im Anschluß ein
Zeitungsartikel über diesen Brand:
"Leichtsinn kann schlimme Folgen haben
Das zeigte der Brand im Objekt des VEB Astrima am Heidenberg in Apolda
Wie bereits berichtet, kam es im VEB Astrima Apolda, Werk Heidenberg,
zu einem Brand mit erheblichen Sachschaden. Der Brand entstand: In einem Raum,
in welchem Textilabfälle lagerten. In Mitleidenschaft wurde auch das
Produktionsgebäude dieses Betriebes gezogen, in dem der gesamte Dachstuhl
den Flammen zum Opfer fiel. Die große Ausbreitung des Feuers war möglich,
weil der Brand in seiner Entstehungsphase nicht bemerkt worden war. Unmitttelbar
an den Heizungsrohren gelagerte Stoffabfälle führten die Entstehung des Feuers
herbei. Es kam dadurch zum Wärmestau und in dessen Folge zur Entzündung der Textilien.
Im Ergebnis der Untersuchungen zur Brandentstehung wurden auch noch begünstigende
Bedingungen ermittelt. Die Arbeitsordnung entsprach nicht dem neuesten Stand.
Die Abstände zu Heizungsanlagen wurden nicht eingehalten. Es erfolgte auch
keine getrennte Lagerung der Abfälle entsprechend der TGL Nr. 30 382/02. Es
ist, um Brände in dem Produktionsbereich Textilwaren zu verhindern, notwendig,
daß durch alle verantwortlichen Leiter Maßnahmen eingeleitet werden, die ein
brandschutzgerechtes Verhalten zu jeder Zeit garantieren. Dabei ist unbedingt
darauf zu achten, daß brennbare Gegenstände nicht auf, an oder über Feuerstätten
und Heizungsrohren lagern. Es gilt weiterhin Obacht zu geben, daß sich auf
Nachtspeicheröfen keine Gegenstände befinden und der seitliche Abstand den
Festlegungen entsprechend eingehalten wird. Aber auch die Leiter von Betrieben
anderer Produktionszweige sind angehalten, auf die Durchsetzung der
Brandschutzanordnungen einzuwirken, um so Brände in Produktionsstätten
verhindern zu helfen. In Anbetracht des bevorstehenen Jahreswechsels sei
bereits auf Brandgefahren beim Umgang mit Feuerwerkskörpern in Wohnungen
und Gebäuden hingewiesen. Mehr darüber in einer unserer nächsten Ausgaben.
VK Werner Bartels
Desweiteren brannte am 29. Dezember 1981 in der Dornsgasse ein Wohnhaus.
Nachfolgend eine Bericht aus dem NBI (Neue Berliner Illustrierte):
"Schreck in der Dezembernacht
Am frühen Morgen des 29. Dezember 1981 hörte Heiko L., ein junger
Schichtarbeiter, der sich gerade seine Frühstücksbrote zubereiten wollte,
ein merkwürdiges Knistern und Prasseln. Er öffnete das Fenster und sah
brennende Schindeln vom Dach fliegen. Feuer! Geistesgegenwärtig klingelte
der junge Mann sofort alle Nachbarn aus dem Schlaf und lief hinüber zum
300 Meter weit entfernten Volkspolizeikreisamt. Um 4.05 Uhr löste der
Diensthabende dort die Alarmsirene aus. Um 4.10 Uhr erreichte das erste
Löschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr die Dornsgasse, wo der Dachstuhl
des Wohnhauses bereits in hellen Flammen stand. Wasserkanonen mußten
eingesetzt werden. Freiwillige Feuerwehren aus der Umgebung trafen zur
Unterstützung ein. Die sechzehn Bewohner des im Zentrum der Stadt gelegenen
Hauses - aus dem Schlaf gerissen und zum Teil nur notdürftig bekleidet -
standen fassungslos auf der Straße vor ihrem brennenden Haus.
Fünf Uhr: Im Rathaus von Apolda begannen Beratungen über die sofortige
Hilfe für die betroffenen Familien. Vertreter der SED-Kreisleitung, des
Rates des Kreises und der Stadt Apolda veranlaßten, daß die betroffenen
Hausbewohner versorgt und vor allem die älteren Bürger medizinisch betreut
wurden.
Rolf Stecher, stellvertretender Bürgermeister und im Rathaus verantwortlich
für das Wohnungswesen, koordinierte fortan alle Maßnahmen. Schon die
erste Nacht nach dem Unglück konnten die Betroffenen in neuen
Wohnungen verbringen, Möbel und Hausrat waren weitgehend gerettet und
in rasch organisierten Lkw in die Ausweichquartiere transportiert worden.
Kaum zu glauben: die Experten ermittelten als Ursache des Brandes, daß
wieder einmal entgegen allen Verboten Eimer mit glühender Asche auf dem
Boden des Hauses gelagert worden waren." |
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