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| Errichtung des Notrufsystem 69
Aufgrund volkswirtschaftlich nicht realisierbarer, flächendeckender
Telefonanschlüsse wurde das Notrufsystem 69 im Jahr 1985 errichtet.
Dieses bestand unter anderem aus den öffentlichen Notrufmeldern, welche von
den Einwohnern scherzhaft als "Rotkäppchen" bezeichnet wurden. Ursache hierfür
war ihre Farbgebung, grünes Gehäuse mit einem roten Dach. Mit diesen Meldern,
insgesamt waren 7 Stück im Stadtgebiet verteilt, konnte man außer der
Feuerwehr auch die Polizei und die Schnelle Medizinische Hilfe alarmieren.
Weiterhin waren noch 30 nicht öffentliche automatische Signalgeber angeschlossen,
welche sich in Betrieben, Lagern und Kaufhäusern befanden und die Verbindung
der Brandmeldeanlage dieser Objekte zur Abfragestelle bei der Polizei
sicherstellten. Im Jahr 1989 wurde Herr Günther Dilk Wehrleiter der
Freiwilligen Feuerwehr Apolda.
| Die Politische Wende
Mit der politischen Wende musste sich die örtliche Freiwillige Feuerwehr 1990
auf der Grundlage des Einigungsvertrages und der gesellschaftlichen
Veränderungen als gemeindliche Einrichtung der Stadt Apolda herausbilden.
Die ehemalige Abteilung "Feuerwehr" des Volkspolizeikreisamtes wurde
Ende August 1990 aufgelöst. Am 1. September wurde der
Wehrleiter Kamerad Günther Dilk als Sachgebietsleiter Brand- und
Katastrophenschutz der Stadtverwaltung Apolda eingesetzt.
| Die Gründung des Vereins "Freiwillige Feuerwehr Apolda e.V."
Im September 1990 wurde der Verein "Freiwillige Feuerwehr Apolda e.V." gegründet.
Die Aufgabe des Vereins besteht darin, den der Gemeinde obliegenden Brandschutz zu übernehmen.
Dafür stellte sich der Verein freiwillig
und unentgeltlich zur Verfügung. Die Stadtverwaltung als Träger des Brand- und
Katastrophenschutzes musste auch Vorsorge für Verkehrs- und Gefahrengutunfälle
treffen. Vereinsvorsitzender wurde Herr Günther Dilk. Durch den schlechten
baulichen Zustand des gesamten Feuerwehrgerätehauses stand die Stadtverwaltung
vor großen finanziellen Problemen. Im Dezember wurde der Einbau und die
Inbetriebnahme einer neuen Ölheizung im Gerätehaus vollzogen. Auch die von
den Kameraden selbst renovierten Räume im Wohnhaus konnten nun genutzt werden.
Die von der Stadtverordnetenversammlung im Februar 1991 beschlossene
"Ortssatzung über das Feuerlöschwesen der Stadt Apolda" bildete die Grundlage
für die Organisation des abwehrenden und des vorbeugenden Brandschutzes.
Eine Gebührenordnung wurde ebenfalls beschlossen. Der Bürgermeister der
Stadt Michael Müller und einige Dezernenten der Stadtverwaltung traten dem
Feuerwehrverein als fördernde Mitglieder bei, um so die enge Verbindung der
Stadtverwaltung mit dem Feuerwehrverein zu dokumentieren.
Im September begann die Fa. Gesellschaftsbau Buttstädt GmbH mit der
Dachsanierung der Fahrzeughallen und dem Einbau der neuen Hallentore.
Bereits Mitte November konnte Baudezernent Paul Richter die Bauarbeiten
abnehmen. In der vorletzten Sitzung verabschiedete der Thüringer Landtag
das "Thüringer Gesetz über den Brandschutz, allgemeine Hilfe und den
Katastrophenschutz", welches am 4. Januar 1992 durch den Präsidenten des
Landtages unterzeichnet und veröffentlicht wurde. Danach ist die Gemeinde
verpflichtet, eine den örtlichen Verhältnissen entsprechende Feuerwehr
aufzustellen. Die Ausstattung mit Fahrzeugen hat auf der Grundlage der
Einschätzung der Brandgefahren, technische Gefahren und Gefahren durch
Naturereignisse, Gefahren durch Gefahrenstoffe, Gefahren durch radioaktive
Stoffe und Gefahren auf, in und durch Gewässer zu erfolgen. Dazu ist eine
reale, konkrete Gefahrenanalyse für die Stadt Apolda zu erarbeiten.
Die Rechtsstellung der ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen ist geregelt.
Die Rechte und Pflichten sind in Ortssatzungen zu regeln, damit sie aus
ihrer Tätigkeit in der Feuerwehr keine unzumutbaren Nachteile erleiden.
Bedeutsam für die Feuerwehr ist die Festlegung, dass die kommunalen
Aufgabenträger zur Erfüllung ihrer Aufgaben der Feuerwehr einsetzen.
Außerdem wird die Möglichkeit der Vereinsbildung gesetzlich fixiert,
wobei diese durch die Träger gefördert und unterstützt werden sollten.
| Übergabe der Bergungstechnik
Im Mai 1992 erfolgte die Übergabe einer Bergungstechnik für Verkehrs- und
Gefahrengutunfälle durch das Ordnungsamt der Kreisverwaltung. Mit der
Hydraulikpumpe mit Schere, Spreizer und Stempel können eingeklemmte Personen
befreit werden. Außerdem stehen ein Trennschleifer sowie mehrere Hebekissen
zur Verfügung. Um Umweltschäden weitestgehend zu begrenzen, können Ölbindemittel
und Abdichtkissen für Gullys eingesetzt werden. Der Verein war an der
Anschaffung eines Notstromaggregates mit 5.000,00 DM beteiligt.
Im selben Kalenderjahr wurde die Jugendwehr gegründet. Zu dieser Zeit waren es
25 Mitglieder im Alter von 10 bis 15 Jahren, davon 2 Mädchen
Durchschnittsalter etwa 13 Jahre). Kamerad Schröder leitete die Jugendwehr,
nach seiner Amtszeit übernahm 1994 Ingo Knobbe die Leitung der Jugendwehr.
Durch den Bürgermeister Michael Müller wurde Herr Günther Dilk, der Wehrführer
und Sachgebietsleiter für Brand- u. Katastrohenschutz in der Stadtverwaltung
zum Stadtbrandinspektor berufen.
Im August fand ein "Tag der offenen Tür" mit dem Kinder- und Freizeitzentrum
statt, 150 Kindern nahmen daran teil.
| Erweiterungsbaus in der Bernhardstraße
Die Brandschutzkommission der Stadtverordnetenversammlung beriet im September
über den Stand der Arbeiten für den Erweiterungsbau in der Bernhardstraße.
Dort begann im Dezember die Fa. Strabag mit der Fundamentsgründung für das
neue Gebäude. Der dringend notwendige Sanitärtrakt, drei Fahrzeughallen,
eine kleine Atemschutzwerkstatt sowie Schulungs- und Büroräume werden dort
ihren Platz finden. Auch die Rettungsleitstelle sowie Schulungs- und Büroräume
sollten dort künftig untergebracht werden. Der Landkreis hatte der
Stadtverwaltung einen ersten Zuschuss in Höhe von 160.000,00 DM als Beitrag
des Landkreises für den Ausbau zur Stützpunktfeuerwehr und die Umrüstung des
Gerätehauses übergeben.
Die Stadtverordnetenversammlung stimmte der Beschlussvorlage zur Beschaffung
eines Löschfahrzeuges LF16/12 zu. Der derzeitige Kostenvoranschlag lag
bei 385.000,00 DM.
| Verlegung der Rettungsleitstelle
Mit der Verlegung der Rettungsleitstelle von der Polizeiinspektion in die
Kreisverwaltung wurden auch die Kräfte der Feuerwehr von dieser alarmiert
und im Einsatz geführt. Alle Fahrzeuge wurden mit Geräten des Behördenfunks
ausgestattet und für die Arbeit an der Einsatzstelle Funksprechgeräte
im Bereich des 2 Meter Bandes beschafft. Alle Kameraden erhielten einen
Funkmeldeempfänger und sind somit jederzeit erreichbar. Damit nicht alle
Kameraden gleichzeitig gerufen werden, gibt es vier Schleifen für je einen
ganz bestimmten Personenkreis. Rund um die Uhr besteht ein Ausrückedienst der
Wehrleitung um die erforderlichen fachlichen Entscheidungen treffen zu können.
Zum 125-jährigen Jubiläum am 8. Mai 1993 zeigte sich die Wehr in neuen
Uniformen nebst Barett.
Nach der Stilllegung und Demontage des Sirenennetzes erfolgt die Alarmierung
der Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr ausschließlich über Funkmeldeempfänger.
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