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Unglück bei Niederroßla forderte ein zweites Opfer
Fassungslosigkeit gestern auch an der Regelschule Pfiffelbach
NIEDERROSSLA.
Gestern morgen um 9.50 Uhr schwand auch die letzte Hoffnung, den am Mittwoch
in die Ilm gestürzten Niederroßlaer Schüler Mario noch lebend zu finden -
Taucher bargen ihn tot aus dem eiskalten Fluß. Seine Klassenkameradin Annika,
die mit ihm verunglückte, wurde bereits am Mittwoch tot in der Ilm gefunden.
Fassungslosigkeit nicht nur in Niederroßla: eine sehr gedrückte Stimmung
herrscht auch an der Regelschule Pfiffelbach, wo die beiden die fünfte Klasse
besuchten. Tränen und Trauer, so berichtete Schulpsychologin Dr. Gabriele
Wirth nach einem Besuch, gab es nicht nur bei Klassenkameraden oder Banknachbarn.
Auch die Lehrer waren geschockt von der Unglücksnachricht. Selbstverständlich
wurden die Kinder noch einmal über die Gefahren am Fluß belehrt - der
Einzugsbereich der Schule umfaßt viele Dörfer, die direkt in der Nähe
der Ilm liegen.
Hans-Jürgen Dietsch, der Bürgermeister von Niederroßla, nahm das Unglück
zum Anlaß, noch einmal über die Sicherheit an der Ilm nachzudenken. Dennoch
gebe es für die Gemeinde keinen Handlungsbedarf. Die Außenbereiche der in der
Nähe der Ilm liegenden Schule und Kindergarten sind eingezäunt. Bei Feiern
auf der Festwiese warnt ein Absperrband vor der Nähe des Ufers.
An der dramatischen und letztlich doch vergeblichen Rettungsaktion der letzten
beiden Tage waren insgesamt 160 Einsatzkräfte beteiligt. Reinhard Urban,
Leiter der Apoldaer Polizeiinspektion, findet für die Beteiligten nur lobende
Worte: "Die Einsatzkräfte haben alles gegeben. Auch die Zusammenarbeit von
Feuerwehrleuten, Rettungsdienst, Rettungsleitstelle, Katastrophenschutz und
Polizei klappte einwandfrei." Der besondere Dank gelte den Tauchern der
Berufsfeuerwehr Gera un der Bereitschaftspolizei Rudolstadt, die stundenlang
in eiskaltem Wasser Schwerstarbeit leisteten, um die Kinder vielleicht doch
noch lebend bergen zu können.
(Artikel der "Thüringer Allgemeine" vom 11.04.1997)
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