Suche nach vermissten Kindern an der Ilm
09.04.1997



TRAGISCH: Nach über zwei Stunden
Suche wurde gestern die tote Annika von
einem Taucher aus der Ilm geborgen.


 
Tragisches Unglück an Ilm


NIEDERROSSLA.
Ein tragisches Unglück ereignete sich gestern kurz nach 16 Uhr an der Ilm bei Niederroßla. Die elfjährige Annika und ihr gleichaltriger Schulkamerad Mario stürtzen beim Spielen nahe der Kuhbrücke in die Ilm, die an dieser Stelle über vier Meter tief ist. Sofort eingeleitete umfangreiche Suchaktionen von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr blieben zunächst ergebnislos. Zwei Stunden später barg ein Taucher die tote Annika 300 Meter flußabwärts aus dem Gewässer. Die Suche nach dem vermißten Jungen dauerte zum Redaktionsschluß noch an.
(Artikel der "Thüringer Allgemeine" vom 10.04.1997)

 


 

Mit Hubschraubern suchte die Polizei die Umgebung der Ilm nach den Kindern ab.

 


 
Mario und Annika - ihr furchtbarer Tod
Das tragische Ende eines fröhlichen Spiels


Niederroßla (Weimarer Land)
- Ein erschütterndes Bild: Rettungstaucher sehen einen dunkelblonden Schopf neben ihrem Schlauchboot. Die Augen des Jungen sind geschlossen - er ist ertrunken.
Das tragische Ende eines fröhlichen Spiels - das Drama um Mario (11) und seine Freundin Annika (11)!
Die beiden Kinder bauten am Nachmittag unter einer Fußgängerbrücke an der Ilm eine Höhle - aus alten Holzbrettern.
Plötzlich passierte es: Der Junge (Nichtschwimmer) schleppte einen großen Ast an - und rutschte im Schlamm aus. In Sekunden wurde er vom neun Grad kalten Wasser verschluckt. Die kleine Annika sprang offenbar sofort hinterher. Sie wollte ihren Freund retten. Doch sie schaffte es nicht mehr. Ihre Freundin Konstanze hörte Annikas Hilferufe, sah die Fahrräder der beiden am Ufer liegen. Sie alarmierte Polizei und Feuerwehr.
Nach 2 ½ Stunden fanden die Taucher Annika, nach 17 Stunden ihren Kameraden Mario. An dieser Stelle ist die Ilm um die vier Meter tief, der Grund voller Schlamm und Müll. Ein Polizist erschüttert: "Vermutlich hat sich der Junge in Panik an Annika gekrallt, sie mit in die Tiefe gezogen." Ein furchtbarer Tod für die beiden Kinder.
(Artikel von Doris Mönchgesang und Annett Stiebritz "BILD-Zeitung" vom 11.04.2005)

 


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10.04.1997


 

VORBEI: Erschöpft und niedergeschlagen räumten die Suchtrupps - hier von der Freiwilligen Feuerwehr Apolda - gestern vormittag ihre Schlauchboote weg, nachdem auch das zweite Kind nur noch tot aus der Ilm bei Niederroßla geborgen werden konnte. Insgesamt 160 Einsatzkräfte versuchten die beiden Schulkinder zu retten.

 


 
Unglück bei Niederroßla forderte ein zweites Opfer
Fassungslosigkeit gestern auch an der Regelschule Pfiffelbach


NIEDERROSSLA.
Gestern morgen um 9.50 Uhr schwand auch die letzte Hoffnung, den am Mittwoch in die Ilm gestürzten Niederroßlaer Schüler Mario noch lebend zu finden - Taucher bargen ihn tot aus dem eiskalten Fluß. Seine Klassenkameradin Annika, die mit ihm verunglückte, wurde bereits am Mittwoch tot in der Ilm gefunden.
Fassungslosigkeit nicht nur in Niederroßla: eine sehr gedrückte Stimmung herrscht auch an der Regelschule Pfiffelbach, wo die beiden die fünfte Klasse besuchten. Tränen und Trauer, so berichtete Schulpsychologin Dr. Gabriele Wirth nach einem Besuch, gab es nicht nur bei Klassenkameraden oder Banknachbarn. Auch die Lehrer waren geschockt von der Unglücksnachricht. Selbstverständlich wurden die Kinder noch einmal über die Gefahren am Fluß belehrt - der Einzugsbereich der Schule umfaßt viele Dörfer, die direkt in der Nähe der Ilm liegen.
Hans-Jürgen Dietsch, der Bürgermeister von Niederroßla, nahm das Unglück zum Anlaß, noch einmal über die Sicherheit an der Ilm nachzudenken. Dennoch gebe es für die Gemeinde keinen Handlungsbedarf. Die Außenbereiche der in der Nähe der Ilm liegenden Schule und Kindergarten sind eingezäunt. Bei Feiern auf der Festwiese warnt ein Absperrband vor der Nähe des Ufers.
An der dramatischen und letztlich doch vergeblichen Rettungsaktion der letzten beiden Tage waren insgesamt 160 Einsatzkräfte beteiligt. Reinhard Urban, Leiter der Apoldaer Polizeiinspektion, findet für die Beteiligten nur lobende Worte: "Die Einsatzkräfte haben alles gegeben. Auch die Zusammenarbeit von Feuerwehrleuten, Rettungsdienst, Rettungsleitstelle, Katastrophenschutz und Polizei klappte einwandfrei." Der besondere Dank gelte den Tauchern der Berufsfeuerwehr Gera un der Bereitschaftspolizei Rudolstadt, die stundenlang in eiskaltem Wasser Schwerstarbeit leisteten, um die Kinder vielleicht doch noch lebend bergen zu können.
(Artikel der "Thüringer Allgemeine" vom 11.04.1997)

 


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