Treppenhausbrand in der Bernhardstraße
13.08.1997



 

SCHRECKEN: Mit dem Schrecken davongekommen ist Beatrix Hesse bei dem Brand in der Bernhardstraße 28. Die Kriminalpolizei Jena ermittelt wegen vorsätzlicher Brandstiftung - das Feuer wurde einmal unter dem Gaszähler (links) und einmal in einem alten Mopedanhänger (oben, rechts) gelegt.

 


 
"Ich wollte meinen Sohn nur in Sicherheit bringen"
Feuerwehr löschte Brand in einem Apoldaer Mehrfamilienhaus


APOLDA.
Der 24jährigen Beatrix Hesse steht die Angst noch ins Gesicht geschrieben. "Ich wollte nur meinen Sohn in Sicherheit bringen, der Rest war mir egal", erinnert sie sich, den Tränen nah, an die Nacht zu gestern.
- Gegen eins bemerkte sie einen Brand im Treppenhaus. Um 1.09 Uhr nahm Kai Rotter, Dispatcher in der Rettungsleitstelle, den Notruf entgegen. Sieben Minuten später rückte das erste Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Apolda aus dem Depot in der Bernhardstraße, nur wenige hundert Meter vom Brandort in der Bernhardstraße 28 entfernt, aus.
Unterdessen hatte sich Beatrix Hesse mit ihrem zweieinhalbjährigen Sohn Daniel durch das Fenster gerettet, unterstützt von zwei Kameraden des Roten Kreuzes, die ihren Standort glücklicherweise gerade gegenüber haben.
Stadtbrandinspektor Günter Dilk, der den Einsatz der Feuerwehr leitete, sagte gestern im TA-Gespräch: "Das Feuer, das mittlerweile das Treppengeländer erfaßt hatte, war in drei oder vier Minuten gelöscht." Allerdings sei es auch höchste Zeit gewesen - einer der beiden Brandherde lag direkt unter einer Gasleitung. Minuten später wäre das Haus möglicherweise explodiert. Als Ursache für das Feuer ist Brandstiftung nicht auszuschließen. Dilk hat genügend Indizien festgestellt: Weit und breit kein Material, das sich selbst entzünden könnte und zwei Brandausbruchsstellen. Die eine in einem Mopedanhänger links vom Eingang, die andere in einem Eimer mit Schuhen rechts vom Eingang - und direkt unter der Gasleitung. Kriminaloberkommissar Wolfgang Rost von der Jenaer Kripo ist sich sicher: "Wir gehen von vorsätzlicher Brandstiftung aus." Während in Apolda alle Beteiligten froh sind, daß die Sache so glimpflich abgegangen ist, ermitteln die Kriminalisten in Jena weiter, um möglichst rasch den Täter zu überführen.
(Artikel der "Thüringer Allgemeine" vom 14.08.1997)

 


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