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"Ich wollte meinen Sohn nur in Sicherheit bringen"
Feuerwehr löschte Brand in einem Apoldaer Mehrfamilienhaus
APOLDA.
Der 24jährigen Beatrix Hesse steht die Angst noch ins Gesicht geschrieben.
"Ich wollte nur meinen Sohn in Sicherheit bringen, der Rest war mir egal",
erinnert sie sich, den Tränen nah, an die Nacht zu gestern.
- Gegen eins bemerkte sie einen Brand im Treppenhaus. Um 1.09 Uhr nahm Kai Rotter,
Dispatcher in der Rettungsleitstelle, den Notruf entgegen. Sieben Minuten später
rückte das erste Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Apolda aus dem Depot in der
Bernhardstraße, nur wenige hundert Meter vom Brandort in der Bernhardstraße 28
entfernt, aus.
Unterdessen hatte sich Beatrix Hesse mit ihrem zweieinhalbjährigen Sohn Daniel
durch das Fenster gerettet, unterstützt von zwei Kameraden des Roten Kreuzes,
die ihren Standort glücklicherweise gerade gegenüber haben.
Stadtbrandinspektor Günter Dilk, der den Einsatz der Feuerwehr leitete, sagte
gestern im TA-Gespräch: "Das Feuer, das mittlerweile das Treppengeländer erfaßt
hatte, war in drei oder vier Minuten gelöscht." Allerdings sei es auch höchste
Zeit gewesen - einer der beiden Brandherde lag direkt unter einer Gasleitung.
Minuten später wäre das Haus möglicherweise explodiert. Als Ursache für das
Feuer ist Brandstiftung nicht auszuschließen. Dilk hat genügend Indizien
festgestellt: Weit und breit kein Material, das sich selbst entzünden könnte
und zwei Brandausbruchsstellen. Die eine in einem Mopedanhänger links vom
Eingang, die andere in einem Eimer mit Schuhen rechts vom Eingang - und direkt
unter der Gasleitung. Kriminaloberkommissar Wolfgang Rost von der Jenaer Kripo
ist sich sicher: "Wir gehen von vorsätzlicher Brandstiftung aus." Während in
Apolda alle Beteiligten froh sind, daß die Sache so glimpflich abgegangen ist,
ermitteln die Kriminalisten in Jena weiter, um möglichst rasch den Täter zu
überführen.
(Artikel der "Thüringer Allgemeine" vom 14.08.1997)
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