Brand in einem Fabrikgebäude in der Alexanderstraße
19.11.1997



 

FEUERIO: Mit dem Drehleiterkorb versuchten die Feuerwehrleute gestern Morgen, dem Brandherd in der zweiten Etage des alten Fabrikgebäudes auf den Pelz zu rücken. Im Laufe des Vormittags mussten auch Teile der Zwischendecke eingerissen werden.

 


 
Altes Fabrikgebäude ist gestern völlig ausgebrannt
Feuerwehren von Apolda und Oberndorf stundenlang im Einsatz


APOLDA.
Ein zweistöckiges leerstehendes Fabrikgebäude in der Alexanderstraße ist gestern vormittag ausgebrannt. Um 7.42 Uhr stellte eine Nachbarin fest, daß in dem Gebäude des ehemaligen VEB Unitechnik ein Feuer ausgebrochen ist. Sie rief die Polizei, die sofort die Feuerwehr alarmierte.
Mit einem kompletten Löschzug und Unterstützung durch die Oberndorfer Kameraden versuchten die Männer der Freiwilligen Feuerwehr Apolda, das Feuer zu bekämpfen. Das erwies sich als weitaus schwieriger, als zunächst angenommen. Es brannte im Inneren des baufälligen Gebäudes und die Zufahrt ließ nur ein Fahrzeug - die Drehleiter - an die Brandstätte. Zudem drohte das abfließende Löschwasser zu vereisen. Die Alexanderstraße wurde durch die Polizei gesperrt. Den ganzen Vormittag zogen sich bei Frostgraden die Löscharbeiten hin. Das Deutsche Rote Kreuz versorgte die Brandbekämpfer mit heißem Tee. Gegen 10 Uhr kam der frühere Stadtbrandinspektor Günter Dilk vorbei - mit einem Plasteeimer voller Bockwürste, mit denen sich die Kameraden stärkten. Einschließlich Ingo Knobbe - er hatte gestern eigentlich Urlaub.
Wehrführer Günter Dilk konnte eine Selbstentzündung in dem Gebäude mit Sicherheit ausschließen: "Da gibt es keinen Strom und kein Gas, was soll da bei Frost anfangen zu brennen?" Die Kriminalpolizei Jena übernahm die Ermittlungen zur Ursache, Brandstiftung scheint die wahrscheinlichste. Denn kurz vor dem Brand sah ein Zeuge einen 13- bis 15jährigen Jungen nahe des Geländes rumstromern . Die Befragungen der Kriminalisten dehnten sich schnell bis zum Förderschulzentrum aus. Eine Anwohnerin sagte gegenüber der TA: "Die Kinder vom Kirschberg sind hier täglich zu finden".
(Artikel der "Thüringer Allgemeine" vom 20.11.1997)

 


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