| |
Ausströmendes Gas sollte nur den Notfall simulieren
Energieversorgung Apolda testete gestern ihre Bereitschaft
APOLDA.
Ein Notfall-Szenario beherrschte gestern abend die Niemöllerstraße: An beiden
Seiten sperrten Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr Apolda die Zufahrt -
Explosionsgefahr. Ein Mieter der Nummer acht hatte über den Notruf starken
Gasgeruch im Haus gemeldet.
Die Ursache des Großeinsatzes war jedoch eine harmlosere: die Energieversorgung
Apolda (EVA) testete ihre Bereitschaft bei akutem Gasaustritt und Stromausfall.
Mieter, Feuerwehr und Polizei wurden zuvor über die Übung informiert.
Im Keller des Wohnhauses ließ man den Stoff ausströmen, der dem eigentlich
geruchlosen Erdgas beigemischt wird. Um 18.30 Uhr wurde der Alarm ausgelöst,
bereits vier Minuten später rückte der Einsatzwagen der Feuerwehr an. Um 18.40
Uhr war die Straße vollständig abgesperrt. Weitere fünf Minuten danach war auch
schon der Monteur der Apoldaer Firma Cost vor Ort. Der fand im Keller des Hauses
kein ausströmendes Gas, mußte dann aber noch einmal wegfahren, um die Bodensonde
für eine Außenmessung zu holen. Um 19.15 Uhr wurde eine Tiefbau-Firma alarmiert:
Sie sollte mit einem kleinen Bagger anrücken - da innen kein Leck zu entdecken war,
mußten die Außenleitungen freigelegt werden.
Bereits um 14.30 Uhr hatte die EVA einen Stromausfall der Firma RST,
Bahnhofstraße 62, simuliert. Dort war zehn Minuten später der Monteur vor Ort.
Eine dreiviertel Stunde nach dem Alarm war der "Fehler" gefunden und behoben.
"Sehr zufrieden" zeigte sich EVA-Geschäftsfüher Bernhard Buck, der die beiden
Szenarien vor Ort verfolgte. Es gebe zwar noch einige verbesserungswürdige
Kleinigkeiten, etwa im Bereich des Arbeitsschutzes, an denen könne aber noch
problemlos gearbeitet werden. "Wir haben zwar bisher schon einige kleinere
Übungen gemacht, dies ist allerdings unsere erste in dieser Größenordnung",
berichtete er. Künftig soll jedoch häufiger ein derartiger Einsatz geprobt
werden. "Die Ereignisse der letzten Zeit machen dies dringend erforderlich.
(Artikel der "Thüringer Allgemeine" vom 30.07.1997) |
|