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Ernte eines ganzen Jahres bei Großfeuer vernichtet
Hopfen-Lagerhalle in Apolda zertört / Brandstiftung vermutet
APOLDA.
Margot Dreßler sah das Feuer zuerst. "Wie ein Halbmond, dachte ich",
erinnerte sich die Apoldaerin. Aber als Funken über der Stobraer Straße
hochstieben, wußte sie, was zu tun war. Gegen 0.50 Uhr ging ihr Anruf gestern
bei der Feuerleitstelle in Apolda ein.
Sachgebietsleiter Günter Schirmer und mit ihm 23 Kameraden der Freiwilligen
Feuerwehren Apolda und Zottelstedt rückten zehn Minuten später mit fünf Fahrzeugen
auf dem "Volksgut" in der Stobraer Straße an. Zu diesem Zeitpunkt, zirka 1 Uhr,
stand die Lagerhalle der Agrargenossenschaft Großromstedt schon in Flammen. Mit
einen Tanklöschfahrzeug vom Typ 16 und der Drehleiter wurde der Außenangriff
durchgeführt. Ins Innere des Gebäudes zu gelangen, galt als chancenlos. Das
Feuer hatte fast den gesamten Dachstuhl verschlungen. "Wie Zunder brannte das",
sagte Margot Dreßler. Hopfen war es, der da lichterloh fackelte. 35 Tonnen, die
gesamte Ernte dieses Jahres.
Es regnete in Strömen. Wie dabei die 40 mal 15 Meter große Halle ins Brennen
geraten konnte, ist Stunden, nachdem das Feuer unter Kontrolle war, nur
Vermutung: Brandstiftung. Im dämmernden Morgenlicht schwelt zwischen den
vom Löschwasser getränkten Hopfensäcken immer noch grauer Rauch. Die Spurensicherung
der Polizeidirektion Jena durchkämmt das Gebäude. In den Mittagsstunden ist
es dann traurige Gewißheit: 500.000 Mark (255.646 Euro) waren allein der
eingelagerte Hopfen wert, 300.000 Mark (153.388 Euro) das Lagergebäude,
von dem lediglich Fundamente übriggeblieben sind. Menschen wurden bei dem
verheerenden Feuer nicht verletzt.
Den Ausführungen der Pressesprecherin der Polizeidirektion Jena zufolge,
handelt es sich nach ersten Erkenntnissen tatsächlich um Brandstiftung. Jetzt
such die Kriminalpolizei nach Zeugen, die Beobachtungen zum Brand gemacht haben.
(Artikel der "Thüringer Allgemeine" vom 09.10.1998)
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