Brand Hopfenanlage
08.10.1998



 

VERWÜSTUNG: Nur noch schwelende Überreste nach dem Brand in der Hopfen-Lagerhalle.

 


 
Ernte eines ganzen Jahres bei Großfeuer vernichtet
Hopfen-Lagerhalle in Apolda zertört / Brandstiftung vermutet


APOLDA.
Margot Dreßler sah das Feuer zuerst. "Wie ein Halbmond, dachte ich", erinnerte sich die Apoldaerin. Aber als Funken über der Stobraer Straße hochstieben, wußte sie, was zu tun war. Gegen 0.50 Uhr ging ihr Anruf gestern bei der Feuerleitstelle in Apolda ein.
Sachgebietsleiter Günter Schirmer und mit ihm 23 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren Apolda und Zottelstedt rückten zehn Minuten später mit fünf Fahrzeugen auf dem "Volksgut" in der Stobraer Straße an. Zu diesem Zeitpunkt, zirka 1 Uhr, stand die Lagerhalle der Agrargenossenschaft Großromstedt schon in Flammen. Mit einen Tanklöschfahrzeug vom Typ 16 und der Drehleiter wurde der Außenangriff durchgeführt. Ins Innere des Gebäudes zu gelangen, galt als chancenlos. Das Feuer hatte fast den gesamten Dachstuhl verschlungen. "Wie Zunder brannte das", sagte Margot Dreßler. Hopfen war es, der da lichterloh fackelte. 35 Tonnen, die gesamte Ernte dieses Jahres.
Es regnete in Strömen. Wie dabei die 40 mal 15 Meter große Halle ins Brennen geraten konnte, ist Stunden, nachdem das Feuer unter Kontrolle war, nur Vermutung: Brandstiftung. Im dämmernden Morgenlicht schwelt zwischen den vom Löschwasser getränkten Hopfensäcken immer noch grauer Rauch. Die Spurensicherung der Polizeidirektion Jena durchkämmt das Gebäude. In den Mittagsstunden ist es dann traurige Gewißheit: 500.000 Mark (255.646 Euro) waren allein der eingelagerte Hopfen wert, 300.000 Mark (153.388 Euro) das Lagergebäude, von dem lediglich Fundamente übriggeblieben sind. Menschen wurden bei dem verheerenden Feuer nicht verletzt.
Den Ausführungen der Pressesprecherin der Polizeidirektion Jena zufolge, handelt es sich nach ersten Erkenntnissen tatsächlich um Brandstiftung. Jetzt such die Kriminalpolizei nach Zeugen, die Beobachtungen zum Brand gemacht haben.
(Artikel der "Thüringer Allgemeine" vom 09.10.1998)

 


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