Feuerteufel am Werk
17.09.1998 / 18.09.1998



 
Gebäude in hellen Flammen


APOLDA.
Ein Brand hielt gestern Abend die Feuerwehren in Atem. Das leerstehende Gebäude gegenüber der Lutherkirche, in dem das Kreisarchiv untergebracht war, hatte gegen 18.30 Uhr aus noch ungeklärter Ursache Feuer gefangen. Das Feuer breitete sich rasch aus und war schwer zu bekämpfen. So konnte der Einsatzleiter keine Feuerwehrleute ins Innere schicken, da die Treppen brannten. Nur über die Drehleiter waren die Löscharbeiten möglich. Aus den umliegenden Häusern wurden 20 Bewohner vorsorglich evakuiert. Die Feuerwehren von Apolda, Bad Sulza, Zottelstedt, Rödigsdorf und Oberndorf waren im Einsatz. Zum Redatkionsschluß dieser Zeitung war der Brand eingedämmt, die Löscharbeiten dauerten an.
(Artikel der "Thüringer Allgemeine" vom 18.09.1998)

 


 

FEUER: Hell schlagen die Flammen aus dem Gebäude in der Dornsgasse. Zwanzig Nachbarn mußten vorsorglich evakuiert werden, alle blieben unverletzt.

 


 
Kripo befürchtet ein brandheißes Wochenende


APOLDA.
Die Löscharbeiten waren am Donnerstag in der Dornsgasse noch in vollem Gange, da trafen schon die Ermittler der Kriminalpolizei Jena in Apolda ein. Zu deutlich waren die Hinweise auf eine Brandstiftung. Daß es unmittelbar darauf noch einmal und gestern ein drittes Mal in Apolda brannte, läßt auch die Experten nicht mehr an einen Zufall glauben. Kriminaloberkommissar Wolfgang Rost, Brandursachenermittler bei der Kripo Jena, hat sein "Lager" schon in Apolda aufgeschlagen. Er sagte TA gegenüber: "Wir müssen von Brandstiftung ausgehen, können aber noch nichts zu dem Täter oder den Tätern sagen. "Die Ähnlichkeit der Brände sei schon auffallend: Immer habe es sich um leerstehende, stromlose Gebäude gehandelt, immer waren sie relativ ungesichert, prinzipiell wurden sie "hoch abgebrannt", wodurch immer die Dachstühle betroffen waren. Dennoch ist es möglich, daß sich beispielsweise beim ehemaligen Klubhaus ein sogenannter Nachahmungstäter gefunden habe. Auf Spekulationen zum Täter lasse sich die Kriminalpolizei jedoch grundsätzlich nicht ein. Auf TA-Nachfrage räumte Rost jedoch ein, daß er durchaus von einem "heißen Wochenende" für Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst ausgehe.
Artikel der ""Thüringer Allgemeine" vom 19.09.1998)

 


     
 

WASSER: Von der Drehleiter aus versuchen die Feuerwehrleute, den Brand am ehemaligen Klubhaus einzudämmen.

 

LUFT: Hoch hinaus ging es auch in der Straße des Friedens.

 


 
Feuerteufel wütet in Apolda
Dreimal innerhalb von 17 Stunden brannten leerstehende Häuser


APOLDA.
Drei Brände innerhalb von 17 Stunden lasen die Wahrscheinlichkeit wachsen, daß in Apolda ein Feuerteufel sein Unwesen treibt.
Am Donnerstag um 18.50 Uhr meldete ein junger Mann der Polizei, daß aus dem ehemaligen Kreisarchiv Rauch dringe. Die Freiwillige Feuerwehr von Apolda konnte nur über eine Drehleiter löschen - die Gefahr im Gebäude war zu groß. Zudem evakuierten die Rettungsdienste 20 Bewohner umliegender Häuser.
Der Einsatz wurde jäh unterbrochen, als Feuerwehrmann Thomas Ebert um 22 Uhr von der Drehleiter aus sah, daß aus einem Haus am südwestlichen Rand des Stadtzentrums ebenfalls Flammen schlugen. Die Einsatzkräfte wurden aufgeteilt. Am neuen Brandort stellten sie fest, daß der Dachstuhl der ehemaligen Färberei in Flammen stand.
Konnte man am Donnerstagabend noch einen Zufall glauben - gestern mittag war es damit vorbei. 12.09 Uhr war es, als ein Anwohner über den Teichgärten die Rettungsleitstelle alarmierte: Rauch dringt aus dem ehemaligen Klubhaus im Schötener Grund. Auch hier brannte der Dachstuhl und die Feuerwehr Apolda löschte. Bei den Bränden entstand hoher Sachschaden. Vor rund 25 Jahren, so erinnert sich Stadtbrandinspektor Günter Leitert, trieb schon einmal ein Feuerteufel sein Unwesen in Apolda. Er legte Brände bei Laborchemie, bei Lederwaren, in einer Strickerei in der Goethestraße, an einer Scheune ... Damals dauerte es ein ganzes Jahr, bevor die Polizei des Übeltäters habhaft werden konnte.
(Artikel der "Thüringer Allgemeine" vom 21.09.1998)

 


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