Einsatzübung in der Schulbergstraße
27.05.1998



 
 

TÄUSCHEND: Die "Opfer" wurden zuvor von den Spezialisten der medizinischen Unfalldarstellung perfekt geschminkt.

 

FÜHRUNG: Der Gruppenleiter Thomas Ebert koordinierte gestern den Einsatz

 


 
Drei "Schwerverletzte" aus der Schulbergstraße gerettet
Die Feuerwehr und der Rettungsdienst übten für den Ernstfall


Ein gellender Schrei tönt aus dem Haus in der Schulbergstraße 24. Sechs Minuten später ist das Martinshorn schon ganz nahe, Sekunden danach schießt der erste Löschwagen der Freiwilligen Feuerwehr Apolda mit neun Mann Besatzung um die Ecke.
Ein Blick hoch in die zweite Etage des Hauses genügt - Erleichterung auf den Gesichtern der Feuerwehrmänner. Kein Feuer "nur" eine Übung. Dennoch wird wie im Ernstfall gearbeitet Gruppenleiter Thomas Ebert weiß was zu tun ist. Schläuche werden ausgerollt, Leitern ausgefahren und rangiert. Inzwischen ist auch der DRK Rettungsdienst vor Ort. Keine Minute gilt es zu verlieren, denn oben stellen die Feuerwehrmänner drei "Verletzte" fest. Carina Felsberg erlitt Verbrennungen, Christoph Rohmer steht unter Schock und könnte eine Wirbelsäulenfraktur erlitten haben. Die Reanimationspuppe hat einen Herz-Kreislauf- Stillstand. Die Kameraden reagieren richtig. Die Puppe wird pausenlos beamtmet und reanimiert und ganz vorsichtig auf die Trage gehoben, hinein in den Korb der Drehleiter. 19.43 Uhr kommt sie unten an und wird den Helfern des DRK übergeben. Die erste Hürde ist geschafft: "Die Feuerwehrmänner haben richtig erkannt, welche Person die schwersten Veletzungen hat und sie richtig behandelt" freut sich Rettungsdienstleiter Joachim Dallmann. Wäre die Puppe ein Mensch, so hätte sie Dank der ersten Hilfe von Marco Erfurth überlebt. Ebenso reibungslos verläuft die Bergung und Übergabe der beiden anderen Verletzten. Bald ist auch Carina im Rettungswagen.
Wehrleiter Wolfgang Thomas ist mit seinen Männern zufrieden "Den Transport in den Korb müssen wir üben. Und zwei Leute bei den Verletzten sind zuwenig, doch das bekommen wir in den Griff."
Das Protokoll
- 19.22 Uhr: Der Notruf geht in der Leitstelle ein
- 19.23 Uhr: Die Rettungsleitstelle alarmiert die Freiwillige Feuerwehr
- 19.29 Uhr: Das erste Löschfahrzeug mit neun Mann Besatzung trifft ein.
- 19.33 Uhr: Der erste Feuerwehrmann erreicht das Fenster, zwei weitere Rettungswagen werden angefordert.
- 19.43 Uhr: der erste von drei Verletzten wird von der Feuerwehr übergeben.
- 20.06 Uhr: Der letzte Verletzte ist geborgen und wird an den Rettungsdienst übergeben.
(Artikel der "Thüringer Allgemeine" vom 28.05.1998)

 


 

PRÄZISION: Auf Feuerwehrleitern entern die Kameraden das Gebäude, das wegen des Qualms nicht über die Treppe zu betreten ist. Aus einem Fenster hörten sie Hilferufe. - Die Rettung von Menschenleben kommt für die Feuerwehrleute an allererster Stelle. Präzision erfordert auch die Übergabe des Verletzten an den Rettungsdienst.

 


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