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Feuer in der Marktpassage sorgte für hohen Schaden
Kripo Jena ermittelt wegen des Verdachts auf Brandstiftung
APOLDA.
Die Aufforderung war unmissverständlich: Ruhe bewahren, das Haus verlassen,
keine Aufzüge benutzen. Doch nicht alle Kunden hielten sich daran. - Gestern
Morgen kurz nach neun Uhr wurde in der Marktpassage Feueralarm ausgelöst.
Die Ursachen liegen klar auf der Hand: in zwei Toileten gleichzeitig brannten
Papierhandtücher und Klopapier. Weil Brandstiftung als Auslöser sehr
wahrscheinlich ist, wurde die Kripo Jena hinzugerufen.
Anhand der starken Rauchentwicklung war bald auch dem letzten Kunden klar:
Das ist keine Übung. Allerdings dauerte es lange, bis die letzten "Irrläufer"
das Haus verlassen hatten. Simone Dejmek, die Centermanagerin, kann das
kaum verstehen. Obwohl als erstes die Rolltreppen und Fahrstühle abgeschaltet
wurden, kam 9.38 Uhr noch eine Kundin mit dem Fahrstuhl im Erdgeschoss
an. Allerdings war das Management mit lediglich drei Mitarbeitern auch
nicht in der Lage, sämtliche Aus- und Eingänge zu überwachen. Das übernahmen
schließlich Kräfte von Feuerwehr und Polizei. Von "Sicherheitslecks"
will Simone Dejmek nichts wissen.
Zur Löschung des Brandes musste die Feuerwehr gar nicht mehr eingreifen.
Das hatte bereits die automatische Sprinkleranlage getan. Und dabei auch
dafür gesorgt, dass der Sachschaden immens hoch ist. Gerade im Westen der
Passage, wo oben der Friseursalon und das Sportgeschäft, unten der
Haushaltswaren-Laden ist, stand das Wasser zentimeterhoch, lief durch
die Decke.
Dabei hatten die Händler noch Glück, dass die Sprinkler einzeln nach Temperatur
auslösen, so Ingo Knobbe von der Feuerwehr. Unter dem Rewe-Markt befindet
sich für die Sprinkler-Anlage eine Wasserreserve von 100.000 Litern.
Die Marktpassage musste bis 13 Uhr geschlossen werden, dann konnten die
Kunden wieder ihren etwas feuchten Einkaufstempel nutzen.
(Artikel von Klaus Jäger "Thüringer Allgemeine" vom 26.10.2000)
"Stopp der Springkler nicht früher möglich"
Wehr und Center: Löschaktion lief korrekt
APOLDA.
Sowohl bei der Funktion der automatischen Löschanlage als auch beim Einsatz
von Feuerwehr und Technikern gab es beim Brand in der Marktpassge in der
Vorwoche keinerlei Unregelmäßigkeiten. Das versicherten gestern Vertreter
der Apoldaer Feuerwehr und der Firma Minimax sowie das Center-Management
einhellig.
Die Sprinkleranlage habe so viel Wasser freigesetzt, wie nötig war, um die
beiden Brände zu löschen und ein neuerliches Ausbrechen oder gar Übergreifen
des Feuers zu verhindern, hieß es von Seiten des Anlagen-Herstellers Minimax.
Ein zeitigeres Abstellen der automatischen Löschtechnik sei demnach nicht
möglich gewesen. "Wir mussten erst sicher gehen, dass im gesamten Gebäude
die Brandgefahr beseitigt ist. Erst dann konnten wir die Centerleitung grünes
Licht geben, die Wasserzufuhr zu stoppen", erklärte Wehrleiter Ingo Knobbe
gegenüber TA. Das sei auch direkt nach dem Okay der Wehr geschehen.
Dass der Wasserschaden in der Marktpassage letztlich höher ausfiel, als der
den das Feuer anrichten konnte, spreche für die installierte Löschtechnik, so
der Hersteller. "Die Schäden in den einzelnen Läden sind zudem relativ gering.
Der Allgemeinbereich, gerade die Toiletten, sind mehr betroffen", machte
Center-Managerin Simone Dejmek deutlich.
"Falls es hier irgendwann noch einmal brennen sollte, würden wir wieder genau
so vorgehen müssen wie in der Vorwoche", bekräftigte Knobbe noch einmal den
korrekten Ablauf der Löschaktion.
(Artikel der "Thüringer Allgemeine" vom 02.11.2000)
Vorwürfe nach Marktpassage-Brand
Sachschaden könnte angeblich geringer sein
APOLDA.
Vorwürfe an das Center-Management und an die Feuerwehr haben Mitarbeiter
der Firma Minimax erhoben. Das Unternehmen hat die Sprinkleranlage für die
Marktpassage hergestellt. Angeblich hätte der Sachschaden bei dem Brand
weitaus geringer ausfallen können.
Wie Montagemeister Herbert Meusel gestern TA gegenüber sagte, seien nach dem
automatischen Löschen des Brandes durch die Sprinkler lediglich die Pumpen
abgestellt worden, nicht aber der Druckbehälter. Der hätte weiter Wasser
gefördert. Meusel: "Die Anlage wurde nach dem Löschen nicht ordnungsgemäß
gestoppt." Verantwortlich dafür seien sowohl die Haustechniker als auch die
Feuerwehr.
Simone Dejmek, die Center-Managerin, hat sich zu diesen Vorwürfen bislang
noch nicht geäußert. Sie war für TA gestern nicht erreichbar.
Die Kriminalpolizei Jena, die den Brand in der Marktpassage untersucht, ist
sich mittlerweile sicher, dass eine vorsätzliche Brandstiftung die Ursache war.
Dabei wurden zwei Handtuchbehälter zerstört. Den Schaden, der durch das Wasser
aus der Sprinkleranlage an Decken und Fußböden entstand, beziffert die Polizei
auf 40.000 Mark Allerdings, so schränkte ein Sprecher auf TA-Nachfrage ein,
handle es sich dabei nur um eine ganz grobe Schätzung. Erst nach der Behebung
der Wasserschäden wird man Genaueres sagen können.
Gestern waren Versicherungsvertreter in dem Handelshaus an der Straße des
Friedens unterwegs, die den Sachschaden begutachteten.
(Artikel der "Thüringer Allgemeine" vom 28.10.2000)
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