Lagerhallenbrand in der Stobraer Straße
28.04.2001



 

STUNDEN: Ladung für Ladung mussten die Kameraden das Stroh aus der Halle bringen, um auch die letzte Glut zu löschen.

 


 
Flammen schlugen aus der Lagerhalle
Feuerwehr geht von Brandstiftung aus / Sachschaden 100.000 Mark


APOLDA. Großeinsatz für die Feuerwehren: Meterhoch schlugen die Flammen in der Nacht zu gestern aus einer Lagerhalle an der Storaer Straße. Etwa 40 Kameraden und neun Fahrzeuge von den Freiwilligen Feuerwehren Apolda, Zottelstedt, Oberroßla nd Schöten waren zwei Stunden lang damit beschäftigt, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Dennoch konnten sie nicht mehr verhindern, dass der Sachschaden nach ersten Schätzungen in die 100.000 Mark (51.130 €) geht.
Um 22.29 Uhr ging der Alarm am Samstagabend bei der Rettungsleitstelle ein. Die wiederum schickte sofort die Apoldaer Feuerwehr an den Ort des Geschehens - eine Lagerhalle auf Privatgelände oberhalb des städtischen Bauhofes. "Als wir eintrafen, war die Holzdachkonstruktion mit der Asbestplattenabdeckung schon durchgebrannt", sagte gestern Stadtbrandinspektor Ingo Knobbe im TA-Gespräch.
In der Halle befanden sich neben einigen landwirtschaftlichen Maschinen vor allem auch geschätzte 200 bis 250 Tonnen gepresste Strohrollen. Während der Löscharbeiten musste die Feuerwehr stets ein Übergreifen des Feuers auf die benachbarten Gebäude, in denen Tiere untergebracht waren, verhindern. Landwirtschafliche Geräte, die im vorderen Teil der Halle untergestellt waren, konnten gerettet werden. Das "Glut-Reservoir" der Strohrollen verschaffte den Kameraden jedoch auch gestern noch reichlich Beschäftigung: Bis in die Abendstunden hinein dauerten die Restlöscharbeiten, bei denen ab 13 Uhr auch die Moorental-Feuerwehr mithalf. Immer wieder holte ein kleines Baggerfahrzeug Stroh aus der Brandruine, um es draußen dem gezielten Wasserstrahl preiszugeben.
Die Kriminalpolzei war vor Ort, konnte aber laut Auskunft der Jenaer Polizei aufgrund der Schwelbrände noch keine genauen Ermittlungen zur Brandursache aufnehmen. Dennoch scheint die Sache weitgehend klar zu sein: Weder führen Stromleitungen in das Objekt, noch war das Wetter der letzten Tage so, dass man Selbstentzündung annehmen kann. So ging zumindest die Apoldaer Feuerwehr gestern bereits von Brandstiftung aus. Gegen 20 Uhr sei dort offenbar noch alles in Ordnung gewesen, berichtete Knobbe. Zu dieser Zeit habe sich nämlich "Hundevater" Harald Lisker im Umfeld der Halle aufgehalten. Und ihm sei dort nichts Verdächtiges aufgefallen. - Vor einigen Jahren war schon einmal im Bereich dieser Anlage an der Stobraer Straße eine Hopfen-Lagerhalle abgebrannt.
(Artikel von Michael Hock "Thüringer Allgemeine" vom 28.04.2001)

 


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