Schuppenbrand in der Stegmannstraße
02.07.2002



 

UNTERSUCHT: In einem Nebengebäude, das sich auf der Hofseite der leerstehenden "Göller-Villa" befindet, legten bislang Unbekannte Dienstag Nacht Feuer. Noch gestern sicherte die Kripo Jena die Spuren am Tatort.

 


 
Fackeln auf dem Areal legen Brandstiftung nahe
Nebengebäude der Apoldaer Göller-Villa stand in Flammen


APOLDA. Brandstifter haben auf dem Gelände der Göller-Villa ihr Unwesen getrieben. Unbekannte setzten am späten Dienstagabend ein Nebengebäude der leer stehenden Villa an der Stegmannstraße in Brand. Personen kamen in Folge des Feuers zum Glück nicht zu Schaden.
Um 22.01 Uhr ging der Alarm bei der Freiwilligen Feuerwehr Apolda ein. Mit vier Fahrzeugen und 19 Kameraden rückte die Wehr aus. Im Nebenhaus an der Hofseite der Villa standen alte Matratzen und anderes Brennbares in Flammen. Das Feuer griff zudem auf die Innendecke über. Um die Deckenbretter löschen zu können, musste die Feuerwehr das Pappdach des Hauses mit einer Kettensäge öffnen. Erst gegen 0.15 Uhr konnte die Wehr wieder zurück ins Depot. Die Vor-Ort-Ermittlungen der Kripo Jena dauerten derweil gestern noch an. Eine gesicherte Spur, die zu den Tätern führt, gibt es zwar bislang nicht. Dennoch geht die Polizei von Brandstiftung aus. Zudem liege es nahe, dass das Feuer nicht etwa fahrlässig, sondern vorsätzlich angezündet wurde. So entdeckten die Beamten auf dem Gelände selbst gebastelte Fackeln, mit denen der Brand offenbar ausgelöst wurde. Das Feuer hätte gar noch schlimmere Ausmaße annehmen können. Denn auch in der Villa selbst fand sich eine solche Fackel, die vermutlich durch ein Fenster der unteren Etage hinein geworfen wurde. Zum Glück brannte diese aber auf dem Boden aus, ohne dass im Inneren etwas Feuer fing. Die Polizei sucht dabei vor allem nach zwei Kindern, die sich die Löscharbeiten aus einiger Entfernung anschauten. Als die Beamten die Kinder zu möglichen Beobachtungen, welche die Spur zu den Tätern erhellen könnten, befragen wollten, liefen sie jedoch weg. Die Villa an der Stegmannstraße wurde vom Likörfabrikanten und Mibegründer des Dobermannvereins, Otto Göller, errichtet. Bis 1996 beherbergte das Haus einen Kindergarten. Im Nebengebäude, das Dienstag Nacht brannte, befanden sich damals ein Arbeitsraum des Hausemeisters sowie Abstellflächen. Seit der Schließung des Kindergartens ist die städtische Immobilie ungenutzt.
(Artikel von Jens Lehnert "Thüringer Allgemeine"03.07.2002)

 



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