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Gefahrgutzug probte Ernstfall bei Laborchemie
29 Kameraden aus vier Wehren der Region waren im Einsatz
APOLDA.
Feuer bei Laborchemie - Dieser Notruf erreichte am Samstag um 9.05 Uhr die
Rettungsleitstelle des Weimarer Landes. Vom Alarm kündeten auf dem Betriebsgelände
zeitgleich Signalgeber. Für Kreisbrandinspektor Wolfram Mohlau
Anlass, vor Ort erstmals den Blick auf die Uhr zu richten und das Funkgerät
samt Notizblick in Bereitschaft zu halten. Denn der Alarm wurde zum Glück
nur zu Übungszwecken ausgelöst.
Das Szenario: Ein Fass mit gefährlichem Inhalt fällt an der Einfahrt zu
einem Lagercontainer von einem Gabelstapler und fängt Feuer. Um der Situation
Herr zu werden, bedarf es des Zusammenspiels von Apoldas Feuerwehr
und dem auf vier Wehren der Region verteilten Gefahrgutzug. So ging der
Alarm nicht nur ins Apoldaer Depot, sondern auch nach Weimar, Bad Sulza
und Bad Berka.
Um 9.15 Uhr rollte Apoldas Wehr als erste auf dem Werksgelände an der Utenbacher
Straße an. Bereits bei der Anfahrt galt es, Kriterien zu berücksichtigen,
von denen im Ernstfall das Wohl der Rettungskräfte abhängt. "Um
nicht in eine Wolke mit giftigen Gasen zu steuern, müssen die Kameraden
wissen, aus welcher Richtung der Wind weht und ihren Anfahrtsweg entsprechend
wählen", erläuterte der Kreisbrandinspektor.
Als die Wehr eintraf, hatten Betriebs-Mitarbeiter den simulierten Brand
bereits gelöscht. Unter Atemschutz übernahm die Feuerwehr die Aufgabe, eine
Auslaufsperre am Container zu installieren und das im Ernstfall explosionsgefährdete
Fass weiter zu kühlen. Als zweite Wehr des Gefahrgutzuges rückte
um 9.34 Uhr Weimar an. Deren Kameraden zeichneten dafür verantwortlich,
die Dekontaminationsstrecke aufzubauen und die Luft auf eine mögliche
Schadstoffbelastung hin zu messen. Das blieb freilich aus. Schließlich
befand sich im Fass nur Wasser. Das wurde von Kameraden in Vollschutz-Anzügen
in sichere Fässer umgepumpt und zur Entsorgung verladen.
Zwischenzeitlich hatten sich auch die Wehren aus Bad Sulza und Bad Berka in
die Riege der Retter eingereiht. Die Südkreis-Wehr traf erst gut eine Stunde
nach Auslösen des Alarms ein, da einige der Kameraen nachalarmiert werden
mussten. Als die insgesamt 29 Feuerwehr-Leute ihre Übung gegen 11 Uhr absolviert
hatten, zeigte sich die Einsatzleitung dennoch zufrieden. "Entscheidend
ist nicht so sehr die Zeit, sondern dass jeder Handgriff sitzt",
betonte Mohlau.
Dass ein solcher Ernstfall, der am Samstag simuliert wurde, tatsächlich eintreffen
könnte, hält Laborchemie-Betriebsleiter Wolf-Dieter Bartsch für
unwahrscheinlich. Das Unternehmen, das zurzeit 66 Miarbeiter beschäftigt,
erfülle strengste Sicherheitsvorschriften. Fässer für brennbare Lösungen
seien stoßsicher konstruiert. Zudem verfüge der Betrieb über mehrere automatische
Mess- und Löschanlagen. Vor allem mit der Inbetriebnahme der
neuen Produktionsanlage im Frühjahr wurde die Brandschutztechnik weiter
vervollkommnet. Dennoch ist es auch seiner Ansicht nach notwendig, dass
sich die Rettungskräfte mit den Gegebenheiten vor Ort auskennen.
(Artikel von Jens Lehnert "Thüringer Allgemeine" vom 28.10.2002)
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