Gefahrengutübung im Laborchemie
26.10.2002



 

FACHMÄNNISCH: Unter Vollschutz pumpten die Rettungskräfte des Gefahrengutzuges den Inhalt des leckgeschlagenen Fasses in einen sicheren Behälter um. Zu Übungszwecken befand sich allerdings lediglich Wasser im Fass.

 


Gefahrgutzug probte Ernstfall bei Laborchemie
29 Kameraden aus vier Wehren der Region waren im Einsatz


APOLDA.
Feuer bei Laborchemie - Dieser Notruf erreichte am Samstag um 9.05 Uhr die Rettungsleitstelle des Weimarer Landes. Vom Alarm kündeten auf dem Betriebsgelände zeitgleich Signalgeber. Für Kreisbrandinspektor Wolfram Mohlau Anlass, vor Ort erstmals den Blick auf die Uhr zu richten und das Funkgerät samt Notizblick in Bereitschaft zu halten. Denn der Alarm wurde zum Glück nur zu Übungszwecken ausgelöst.
Das Szenario: Ein Fass mit gefährlichem Inhalt fällt an der Einfahrt zu einem Lagercontainer von einem Gabelstapler und fängt Feuer. Um der Situation Herr zu werden, bedarf es des Zusammenspiels von Apoldas Feuerwehr und dem auf vier Wehren der Region verteilten Gefahrgutzug. So ging der Alarm nicht nur ins Apoldaer Depot, sondern auch nach Weimar, Bad Sulza und Bad Berka.
Um 9.15 Uhr rollte Apoldas Wehr als erste auf dem Werksgelände an der Utenbacher Straße an. Bereits bei der Anfahrt galt es, Kriterien zu berücksichtigen, von denen im Ernstfall das Wohl der Rettungskräfte abhängt. "Um nicht in eine Wolke mit giftigen Gasen zu steuern, müssen die Kameraden wissen, aus welcher Richtung der Wind weht und ihren Anfahrtsweg entsprechend wählen", erläuterte der Kreisbrandinspektor.
Als die Wehr eintraf, hatten Betriebs-Mitarbeiter den simulierten Brand bereits gelöscht. Unter Atemschutz übernahm die Feuerwehr die Aufgabe, eine Auslaufsperre am Container zu installieren und das im Ernstfall explosionsgefährdete Fass weiter zu kühlen. Als zweite Wehr des Gefahrgutzuges rückte um 9.34 Uhr Weimar an. Deren Kameraden zeichneten dafür verantwortlich, die Dekontaminationsstrecke aufzubauen und die Luft auf eine mögliche Schadstoffbelastung hin zu messen. Das blieb freilich aus. Schließlich befand sich im Fass nur Wasser. Das wurde von Kameraden in Vollschutz-Anzügen in sichere Fässer umgepumpt und zur Entsorgung verladen.
Zwischenzeitlich hatten sich auch die Wehren aus Bad Sulza und Bad Berka in die Riege der Retter eingereiht. Die Südkreis-Wehr traf erst gut eine Stunde nach Auslösen des Alarms ein, da einige der Kameraen nachalarmiert werden mussten. Als die insgesamt 29 Feuerwehr-Leute ihre Übung gegen 11 Uhr absolviert hatten, zeigte sich die Einsatzleitung dennoch zufrieden. "Entscheidend ist nicht so sehr die Zeit, sondern dass jeder Handgriff sitzt", betonte Mohlau.
Dass ein solcher Ernstfall, der am Samstag simuliert wurde, tatsächlich eintreffen könnte, hält Laborchemie-Betriebsleiter Wolf-Dieter Bartsch für unwahrscheinlich. Das Unternehmen, das zurzeit 66 Miarbeiter beschäftigt, erfülle strengste Sicherheitsvorschriften. Fässer für brennbare Lösungen seien stoßsicher konstruiert. Zudem verfüge der Betrieb über mehrere automatische Mess- und Löschanlagen. Vor allem mit der Inbetriebnahme der neuen Produktionsanlage im Frühjahr wurde die Brandschutztechnik weiter vervollkommnet. Dennoch ist es auch seiner Ansicht nach notwendig, dass sich die Rettungskräfte mit den Gegebenheiten vor Ort auskennen.
(Artikel von Jens Lehnert "Thüringer Allgemeine" vom 28.10.2002)

 





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