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Hochwasser flutete Keller
Viele Feuerwehren im Weimarer Land waren am Samstag im Dauereinsatz
LANDKREIS.
Tückischer Dauerregen auf die ohnehin schon gesättigten Felder und Wiesen im
Weimarer Land sorgte am Samstag für Hochwasseralarm. Schon am Samstagmorgen
um 5.35 Uhr musste mit den Kameraden von Bad Berka die erste Feuerwehr alarmiert
werden - Keller standen unter Wasser. Von da an hatte die Besetzung der
Rettungsleitstelle Apolda keine ruhige Minute mehr.
Kaum zehn Minuten später meldete die Weimarer Berufsfeuerwehr, dass das Wasser
der Ilm um einen ganzen Meter geklettert sei. Und es regnete immer weiter.
Noch vor sechs Uhr lief die Magdel über, so dass auch für die Magdalaer
Feuerwehrmänner die Nacht vorbei war. Um 7.30 Uhr ging der Spuk in Blankenhain los -
dort war die Feuerwehr bis zum späten Nachmittg im Dauereinsatz.
Im Gegensatz zu Frühjahrshochwassern durch Schmelzwasser waren durch den Dauerregen
auch Dörfer weitab der Ilm betroffen, wie etwa Kapellendorf. Selbst das
auf dem Berg gelegene Kleinromstedt wurde zum Krisengebiet: Hier erwog die
Polizei gar eine Sperrung der Landesstraße Apolda - Jena, weil eine Kurve
gefährlich überflutet war.
In der Kreisstadt Apolda versuchte die Feuerwehr auf Weisung des Bürgermeisters
von 16.25 Uhr an, die Durchfahrt unter dem kleinen Viadukt leer zu
pumpen. Vergeblich. Um 18.17 Uhr wurde die Straße schließlich gesperrt.
Kurz vor 16 Uhr erreichte die Ilm in Mellingen mit 2,70 Meter ihren höchsten
Pegel- gerade mal fünf Zentimeter unter der Hochwasser-Alarmstufe III. In
Niedertrebra wurde der höchste Wasserstand mit 2,38 Meter gestern Vormittag
gemessen. Normal sind Wasserstände unter 1,75 Meter in Mellingen und 1,50 Meter
in Niedertrebra. Kein Wunder, dass die beiden Straßen nach Wickerstedt gesperrt
werden mussten. Eine Zufahrt war noch via B 87 und Große Kirschallee
möglich. Auch die Verbindung zwischen Eberstedt und Niedertrebra war unpassierbar.
Gestern Morgen wurden in Bad Sulza die Badergasse und die Leopold-Bing-Straße
gesperrt. Weiter kam das Hochwasser jedoch nicht. Dass der
neuralgische Punkt Großheringen diesmal vom Wasser verschont blieb, lag an
der Saale. Der Fluss konnte die Fluten der Ilm problemlos aufnehmen.
(Artikel von Klaus Jäger "Thüringer Allgemeine" vom 02.12.2002) |
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