Nach starken Regenfällen
05.06.2003



 
Gewitterregen setzte Wohnungen und Keller unter Wasser.

Alle Hände voll zu tun hatten gestern am späten Nachmittag die Kameraden der Apoldaer Feuerwehr. Die Erfurter Straße war eine der am stärksten betroffenen Stadtteile: Hier mussten zahlreiche Keller, aber auch Wohnungen ausgepumpt werden. Nicht nur hier waren die Ablaufsysteme in der Straße vom Gewitterregen restlos überfordert.
(Artikel der "Thüringer Allgemeine" vom 06.06.2003)

 


   

REGEN: Die Wehren des Altkreises mussten am Donnerstagabend viele Keller auspumpen.

 


 
Blitzschlag in Oberleitung und viele volle Keller
Diesellok musste ICE von Niedertrebra nach Leipzig schleppen


Das Unwetter am Donnerstagabend hat im Altkreis Apolda zahlreiche Keller, Wohnungen und Unterführungen unter Wasser gesetzt, Äste abgebrochen und Straßen mit einer Schlammschicht überzogen. Hart traf es auch die rund 400 Reisenden des ICE von Frankfurt/Main nach Leizig, der bei Niedertrebra stehen blieb. Ein Blitz hatte gegen 18.45 Uhr in den Fahrtleitungsmasten eingeschlagen und über 200 Meter Oberleitung beschädigt.

"Das Problem war, das dadurch auch die Klimatechnik im Zug ausgefallen ist", berichtete gestern Bahn-Sprecher Jörg Böhnisch im TA-Gespräch. Um die Wartezeit bei diesen Temperaturen einigermaßen erträglich zu gestalten, habe das Zugpersonal alle Türen der gleisabgewandten Seite geöffnet und kostenlos alkoholfreie Getränke gereicht.
Eine Diesellok sollte den ICE anschließend aus der stromlosen Zone herausziehen. Es stellt sich jedoch heraus, so Böhnisch, dass dessen Bügel nicht mehr zu benutzen waren. "So blieb uns nichts anderes übrig, als den Zug mit der Diesllok die komplette Strecke bis nach Leipzig schlepen zu lassen." Nach einem weiteren Zwischenstopp in Naumburg zum Lüften sei der ICE schließlich um 22.35 Uhr mit vierstündiger Verspätung in der Messestadt angekommen.
Auch das Gleis in der Gegenrichtung war jedoch wegen eines stehenden Güterzuges, dessen Lokführer weder über Zugfunk noch über Handy erreichbar war, gesperrt. "Unser Notfallmanager musste zu Fuß hin und den Lokführer anweisen, behutsam weiterzufahren", berichtete Höhnisch. Bis das Gleis schließlich gegen 21.30 Uhr geräumt war, mussten 38 Züge zwischen Leipzig und Erfurt über Sangerhausen umgeleitet werden. Um 2.55 Uhr gestern war die beschädigte Oberleitung bei Niedertrebra repariert, seit 3 Uhr läuft der Zugverkehr auch wieder völlig normal.
Alle Hände voll zu tun hatten natürlich auch die Feuerwehren in der Region Apolda. Für die Glockenstädter Kameraden begann der Einsatz um 18.04 Uhr, das letzte Fahrzeug kehrte um 21.12 Uhr ins Depot zurück. Insgesamt 22 Einsätze im Stadtgebiet waren laut Stadtbrandinspektor Ingo Knobbe zu verzeichnen. Überwiegend hieß es, unter Wasser stehende Keller leer zu pumpen. Aber auch der starke Wind mischte mit und brach kleinere Bäume und Äste ab. Auf diese Weise wurde der Brunnen am Engang zur Schötener Promenade in Mitleidenschaft gezogen. Keine Hilfe konnten die Kameraden in der Käthe-Kollwitz-Straße leisten: Dort hatte das Wasserdas Erdreich aus dem Garten in die Wohnung gespült. " Unsere Pumpen sind einfach nicht für Schlamm geeignet", schilderte Knobbe das Problem. Vor ganz unterschiedlichen Aufgaen sahen sich die Ortschafts-Wehren gestellt: Während die Moorenthal-Wehr die Apoldaer in der Stadt unterstützten, pumpten die Oberroßlaer bei sich ebenfalls Keller aus. Die Zottelstedter wiederum waren laut Knobbe damit beschäftigt, ihre Hauptstraße von den herunter gespülten Schlammmassen zu reinigen.
"Auf den Dörfern war volle Besetzung, auch bei uns war fast alles draußen", berichtete der Stadtbrandinspektor. Fahrzeuge standen fast keine mehr im Depot. 35 Kameraden waren allein in der Stadt aktiv. In den Gemeinden des Altkreises waren zudem die Wehren aus Oßmannstedt, Bad Sulza, Liebstedt, Wickerstedt und Wersdorf im Einsatz. Auch sie hatten es zumeist mit voll gelaufenen Kellern zu tun.
(Artikel der "Thüringer Allgemeine" vom 07.06.2003)

 


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