| |
Der Ilmpegel sinkt wieder
Weimarer Land kam beim Hochwasser am Wochendende mit blauem Auge davon
LANDKREIS.
Der Ilmpegel fällt. Diese Nachricht ließ gestern flussnahen Anwohnern
wie auch Rettungskräften einen gewaltigen Stein vom Herzen fallen. Bis
der Scheitelpunkt des Hochwassers am frühen Morgen die Mündung zur Saale
in Großheringen erreichte, durchlebten viele Menschen in den Ilm-Gemeinden
des Weimarer Landes jedoch noch bange Stunden.
Zog der sprunghafte Anstieg der Ilm Freitag Abend Feuerwehren und freiwillige
Helfer in den Südkreis, erreichte die Flut am frühen Samstagmorgen
am Messpunkt in Mellingen ihr Maximum. Schon gegen Mitternacht hatte der
Ilmpegel dort die dritte Alarmstufe überschritten. Um 5.45 Uhr erreichte
er mit 2,99 Meter - fast zweieinhalb Meter über dem Normalmaß - seinen
Höchstwert. Danach fiel der Waserstand in Mellingen schrittweise ab. An
der zweiten Mess-Stelle der Ilm im Weimarer Land in Niedertrebra traf der
Scheitelpunkt des Hochwassers erst am späten Samstagabend ein. Um 21.42 Uhr
stieg das Wasser dort auf 2,50 Meter und stellt damit exakt den Wert der
dritten Alarmstufe ein. Zum Glück wurde er nicht überschritten. Gegen
Mitternacht begann der Pegel auch dort zu sinken. Bis dahin wurde in den
Gemeinden entlang der Ilm teils Schwerstarbeit geleistet, um sich vor dem
Hochwasser zu schützen.
Mit vereinten Kräften gingen am Samstag die Sportler des SV Ilmtal Zottelstedt,
die Kameraden der Ortsteilwehr und der Feuerwehr Aploda zu Werke.
Mit Sandsäcken dichteten sie das Sportlerheim ab und sicherten zudem den
Öltank der Heizung. Der Sportplatz stand gegen Mittag etwa einen Meter
unter Wasser. Auch der Zottelstedter Mühlenhof, sonst als Kirmesplatz und
Startpunkt der Badewannen-Regatta bekannt, war völlig überflutet. Das
Wasser bahnte sich seinen Weg vor bis zur Mittelgasse. Die angrenzenden
Höfe wurden ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. "Ich komme nur noch
mit Gummistiefeln zu meinem Haus", sagte Harald Zimmermann. Seine
Wohnung erreichten die Fluten zum Glück nicht, vor dem Waschhaus machten
sie aber nicht Halt.
Die Straße zwischen Apolda und Zottelstedt wurde Samstag Vormittag auf
Höhe des Sportplatzes unpassierbar. Schon tags zuvor waren die Straßen
zwischen Wickerstedt und Nauendorf, Wickerstedt und Flurstedt sowie
zwischen Niedertrebra und Eberstedt gesperrt. ...
(Artikel von Jens Lehnert "Thüringer Allgemeine" vom 06.01.2003)
|
|