Mehrere Einsätze - Hochwasser
06.01.2003



 
Der Ilmpegel sinkt wieder
Weimarer Land kam beim Hochwasser am Wochendende mit blauem Auge davon


LANDKREIS.
Der Ilmpegel fällt. Diese Nachricht ließ gestern flussnahen Anwohnern wie auch Rettungskräften einen gewaltigen Stein vom Herzen fallen. Bis der Scheitelpunkt des Hochwassers am frühen Morgen die Mündung zur Saale in Großheringen erreichte, durchlebten viele Menschen in den Ilm-Gemeinden des Weimarer Landes jedoch noch bange Stunden.

Zog der sprunghafte Anstieg der Ilm Freitag Abend Feuerwehren und freiwillige Helfer in den Südkreis, erreichte die Flut am frühen Samstagmorgen am Messpunkt in Mellingen ihr Maximum. Schon gegen Mitternacht hatte der Ilmpegel dort die dritte Alarmstufe überschritten. Um 5.45 Uhr erreichte er mit 2,99 Meter - fast zweieinhalb Meter über dem Normalmaß - seinen Höchstwert. Danach fiel der Waserstand in Mellingen schrittweise ab. An der zweiten Mess-Stelle der Ilm im Weimarer Land in Niedertrebra traf der Scheitelpunkt des Hochwassers erst am späten Samstagabend ein. Um 21.42 Uhr stieg das Wasser dort auf 2,50 Meter und stellt damit exakt den Wert der dritten Alarmstufe ein. Zum Glück wurde er nicht überschritten. Gegen Mitternacht begann der Pegel auch dort zu sinken. Bis dahin wurde in den Gemeinden entlang der Ilm teils Schwerstarbeit geleistet, um sich vor dem Hochwasser zu schützen.
Mit vereinten Kräften gingen am Samstag die Sportler des SV Ilmtal Zottelstedt, die Kameraden der Ortsteilwehr und der Feuerwehr Aploda zu Werke. Mit Sandsäcken dichteten sie das Sportlerheim ab und sicherten zudem den Öltank der Heizung. Der Sportplatz stand gegen Mittag etwa einen Meter unter Wasser. Auch der Zottelstedter Mühlenhof, sonst als Kirmesplatz und Startpunkt der Badewannen-Regatta bekannt, war völlig überflutet. Das Wasser bahnte sich seinen Weg vor bis zur Mittelgasse. Die angrenzenden Höfe wurden ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. "Ich komme nur noch mit Gummistiefeln zu meinem Haus", sagte Harald Zimmermann. Seine Wohnung erreichten die Fluten zum Glück nicht, vor dem Waschhaus machten sie aber nicht Halt.
Die Straße zwischen Apolda und Zottelstedt wurde Samstag Vormittag auf Höhe des Sportplatzes unpassierbar. Schon tags zuvor waren die Straßen zwischen Wickerstedt und Nauendorf, Wickerstedt und Flurstedt sowie zwischen Niedertrebra und Eberstedt gesperrt. ...
(Artikel von Jens Lehnert "Thüringer Allgemeine" vom 06.01.2003)

 


zurück zur vorherigen Seite