Verkehrsunfall bei Oßmannstedt
15.12.2003



 

TRÜGERISCH: Die sonnige Winderidylle täuscht. Auf der Straße zwischen Ulrichshalben und der B 87 verunglückte am Montagabend eine 50-jährige Frau tödlich. Der Winterdienst brauchte Stunden bis er an der Unfallstelle räumte.

 


 
Vier Stunden Vollsperrung
50-jährige erlag nach Verkehrunsfall auf winterglatter Straße ihren Verletzungen


OSSMANNSTEDT.
Eine 50-jährige Autofahrerin wurde am Montagabend bei einem schweren Verkehrsunfall zwischen der B 87 und Ulrichshalben so schwer verletzt, dass sie noch an der Unfallstelle starb. Mit ihrem Nissan kam sie gegen 22.15 Uhr nach einem Überholvorgang ins Schleudern und stieß frontal mit einem Reisebus im Gegenverkehr zusammen. Bei dem Aufprall wurde die Frau in ihrem Auto eingeklemmt. Der Busfahrer und seine fünf Fahrgäste blieben unverletzt, sie konnten die Fahrt später mit einem Kleinbus fortsetzen.
Die Kreisstraße war zum Zeitpunkt des Unfalls nahezu unpassierbar. Schnee- bzw. Eisglätte ließen jegliche Fahrt zu einem Wagnis werden. Die Straße war weder geräumt noch gestreut. Denoch wurde der Abschnitt nicht gesperrt. Die Mitarbeiter des für den Winterdienst und auch für eine Sperrung verantwortlichen Verkehrsamtes des Kreises hatten nicht nur am Montag keine Kenntnis vom Zustand der Straße. Bis gestern Abend konnten das Verkehrsamt nicht sagen. Ob der Winterdienst seine Aufgaben erfüllt hat oder nicht. Auf eine entsprechende Anfrage berief man sich auf die noch fehlende "Zuarbeit" der mit dem Winterdienst beauftragten Thüringer Straßenwartungs- und Instandhaltungsgesellschaft TSI.
Deren Mitarbeiter waren auch im Einsatz. Und zwar so, dass sie offenbar bis 22.15 Uhr die Unfallstelle nicht erreicht hatten. Über Stunden mühten sich die Einsatzkräfte der Verkehrspolizei Jena, der Polizeiinspektion Apolda und der Rettungsleitstelle, Winterdienstfahrzeug an die Unfallstelle zu beordern. Sonst hätte man die beiden Fahrzeuge gar nicht bergen können. Mehr als vier Stunden währte so die Vollsperrung. Und auch ohne Sperrung, so einer der Polizisten vor Ort, wäre kein anderer Autofahrer durchgekommen. Als kurz vor halb drei der Winterdienst die Strecke räumte, war sie auch wieder passierbar - eine Sperrung aufgrund der Witterung nicht mehr erforderlich.
Rund 250.000 Euro stellt der Kreis jährlich für den Winterdienst auf seinen Straßen zur Verfügung. Für Bundes- und Landesstraßen ist das Land Thüringen verantwortlich.
(Artikel der "Thüringer Allgemeine" vom 17.12.2003)

 


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