Saatkrähe unter Tage
Günter Leitert will den verletzten Vogel hochpäppeln
APOLDA.
Eine spannende Rettungsaktion erlebten gestern Passanten zwischen der
Straße des Friedens und der Marktpassage. Eine verletzte Saatkrähe, die
das Bett des Herressener Bachs offenbar nicht mehr verlassen konnte,
sollte schonend eingefangen werden.
TA hatte das Ordnungsamt auf den hilflosen Vogel aufmerksam gemacht. Dort
machte sich postwendend Günter Leitert auf den Weg. Der Mitarbeiter des
Ordnungsamtes kümmert sich in seiner Freizeit seit Jahren um solche
gefiederten Findlinge. Bislang päppelte er zu Hause in seiner Voliere
vornehmlich Falken auf. Im November 2001 stieß nach einer ähnlichen
Rettungsaktion erstmals auch eine Waldohreule zu seinen "Pensionsgästen".
Die Saatkrähe machte es ihrer Ambulanz gestern allerdings so schwer wie
möglich. Als ihr Leitert zu nahe kam, zog sie sich verängstigt in die
Bach-Unterführung zurück. "Ich musste dann die Feuerwehr rufen, anders
wären wir nicht mehr an das Tier herangekommen", erzählte er. Mit Steckleiterteilen
und Gummistiefeln schafften es die Rettungskräfte, zur verunsicherten
Krähe vorzudringen und sie schließlich auch einzufangen.
Sie habe eine Verletzung an einem der Flügel und deshalb nicht mehr hochfliegen
können, erklärt Leitet. "Ich nehme sie jetzt mit zu mir nach Hause
und päpple sie in meiner Voliere wieder hoch - fressen tut sie zum Glück ja."
(Artikel der "Thüringer Allgemeine" vom 09.03.2004)