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Mutige Männer
Wohnungsbrand mit zwei Verletzten und 50.000 Euro Sachschaden /
Bewohner im Hotel untergebracht
Der Rauch zog bereits in die Fußgängerzone, als im Hintergrund die Feuerwehrsirenen
noch zu hören waren. Die Apoldaer Kameraden wurden zu einem Wohnungsbrand
gerufen.
APOLDA.
Man brauchte sich gestern Nachmittag kurz vor 15 Uhr nur an den Menschen zu
orientieren, die bereits in Dreierreihen in der Fußgängerzone hinter dem Absperrband
Position bezogen hatten und wusste so den ungefähren Einsatzort.
Aus dem zweiten Obergeschoss in der Dr.-Külz-Straße 9 wabern dicke schwarze
Wolken aus den bereits scheibenlosen vier Fenstern zur Straße hin. Für den
Innenangriff setzten die Apoldaer Feuerwehrkameraden Andreas Ebert und
Uwe Mohring ihre Gesundheit ein. Unter Schutzmaske gingen sie zum Löschen in
das Haus, kamen aber zunächst nur bis zum Treppenhaus im 1. Obergeschoss, das
bereits brannte. Im 2. Stock aber vermutete die Polizei noch ein Mädchen, nachdem
Vater und Mutter zunächst selber versucht hatten, das Feuer zu löschen.
Die Eltern wurden leicht verletzt in das Robert-Koch-Krankenhaus zur ambulanten
Behandlung gebracht. Weitere sechs Personen wurden aus dem Haus evakuiert. Die
Kinder der Familie wurden sehr schnell im Jugendzentrum "Linwurm" und am
Gymnasium gefunden, sagte Frank Schmidt, Leiter der Ermittlergruppe, die noch
auf Zusatzkräfte der Kirminalpolizei wartete. 15 Polizeibeamte waren bereits mit
Sicherungs- und Ermittlungstätigkeit befasst. Auch zwei Einsatzwagen des
Rettungsdienstes standen mit den Ärzten in Position.
Die beiden mutigen jungen Feuerwehrkameraden kämpften sich Schritt für Schritt
bis zu der lichterloh in Flammen stehenden Wohnung im 2. Obergeschoss vor,
konnten dort aber beim besten Willen nicht rein. Kurze Zeit später unten auf
der Straße zwei "geschlauchte" junge Männer, es dampfte aus ihrer Uniform, die
Hitze von eben stand ihnen förmlich ins Gesicht geschrieben. Nachdem die Drehleiter
gegen 15 Uhr eingetroffen und die Oberleitung stromlos geschaltet war,
wurde der Angriff von außen von zwei anderen Kameraden weiter geführt. Dennoch
griff das Feuer auf die Mansardenwohnung darüber über und richtete auch dort
großen Schaden an. Wehrführer Ingo Knobbe, eine Hand gestikulierend, die andere
am Sprechfunk, organisierte den Feuerwehreinsatz. Und ist nach einer Stunde auf
seine 30 Mannen in Uniform stolz. "Keiner verletzt, das Feuer ist aus" - Der
Stadtbrandinspektor machte nicht viele, aber die entscheidenden Worte.
Die Polizei vermutete am Tatort eine Gasexplosion, aber die Kriminalpolizei Jena
ermittelt noch. Nach bisherigen Erkenntnissen hat eine Verpuffung in der Küche
zu dem Brand geführt. Die Wohnung im zweiten Obergeschoss brannte völlig aus.
Auch die Wohnungen in Parterre und im 1. Stock sind zur Zeit nicht bewohnbar.
Alle Hausbewohner wurden in das Apoldaer Hotel Am Schloss einquartiert. Das
Haus stand in dieser Nacht unter Beobachtung der Feuerwehr. Die Brandursache
ermittelt die Kriminalpolizei Jena.
(Artikel von André Hess - "Thüringer Allgemeine" vom 09.11.2005)
Hochachtung
Die zwei jungen Feuerwehrleute, die in das brennende Haus sind, um womöglich
Menschenleben zu retten, sind die Helden dieses Tages: Andreas Ebert und
Uwe Morhing, meine und unsere Hochachtung vor Ihrem Mut und Ihrem Können!
Ohne solche Kameraden wäre die Freiwillige Feuerwehr nur die Hälfte wert.
Dabei haben sie erschöpft wie sie waren, nicht einmal nach dem Einsatz ihre
Namen verraten. Doch der Stadtbrandinspektor machte kein Hehl daraus. Auch er
weiß, dass sie, als es darauf ankam, großen Einsatz gezeigt haben. Es hätte
ja womöglich noch ein Kind im 2. Stock sein können . Insofern sind Spalier
stehende Anwohner und Zaungäste bei einem solchen "heißen" Einsatz auch nicht
unbedingt unwillkommen zu nennen. - Wenn sie sich hinter der Absperrlinie
bewegen und die Einsatzkräfte nicht behindern. Sehen sie doch auch von Ferne,
welche Energie dieser freiwillige Arbeitseinsatz die Feuerwehrleute kostet.
Nicht nur die Zwei, aber in dem Falle besonders die beiden mutigen Männer.
(Artikel von André Hess - "Thüringer Allgemeine" vom 09.11.2005) |
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