Fehlalarm im Kunsthaus
11.07.2004



 

AKRIBISCH: Die Alarmpläne der Feuerwehr.

 


 
Feuerwehr stand vor verschlossener Tür
Im Kunsthaus glücklicherweise nur Fehlalarm


APOLDA.
Sonntag, 3.32 Uhr. Einige Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Apolda sind gerade wieder in den Schlaf gesunken, nachdem sie bei einem Verkehrsunfall Hilfe leisteten. Duchdringend klingt der Piepser: Ein Sammelruf reißt alle wieder hoch. Die Brandmeldeanlage des Apoldaer Kunsthauses hat angeschlagen. Sieben Minuten nach dem Alarm steht Wehrleiter Ingo Knobe mit dem Einsatzleiterfahrzeug vor dem - um diese Zeit natürlich verschlossenen - Kunsthaus. Allerdings kommt er nicht rein, und das ist in den Rettungsplänen so nicht vorgesehen. Glücklicherweise war es nur ein technischer Defekt. Im Brandfall allerdings würden die Kameraden nicht auf den Wachdienst warten, sondern sich zur Not auch gewaltsam Zutritt verschaffen. Warum die Feuerwehr am Sonntag früh außen vor blieb, wird im Landratsamt gerade recherchiert.



Bilder waren nie in Gefahr
Feuerwehr hätte Sachwerte retten können /
Alarmmeldeanlage im Apoldaer Kunsthaus blieb bis zur letzten Minute scharf


APOLDA.
Für die wertvollen Bilder im Apoldaer Kunsthaus hat nicht eine Minute Gefahr bestanden. Zwar kam die Feuerwehr bei einer Alarmierung am Sonntag nicht in das Gebäude, hätte aber dennoch jederzeit die Sachwerte retten können, ergaben Recherchen des Landratsamtes. "Die Brandmeldeanlage hat genauso gut funktioniert wie die Alarmanlage", bestätigte Pressesprecherin Silke Schmidt. Dass es dennoch zu einer Fehlalarmierung gekommen sei, ist bei einer hoch sensibel eingestellten Anlage keine Seltenheit - im Kunsthaus war es allerdings das erste Mal. Die einzige wirkliche Panne bei dem Vorfall: Der Code zum Entschärfen der Alarmanlage fehlte der Feuerwehr. So konnte sie zwar theoretisch ins Gebäude, hätte aber praktische einen Alarm ausgelöst. Im Brandfall hätte das ohnehin keine Rolle gespielt. Weil man aber schon einschätzen konnte, das es nur eine Fehlauslösung war, konnten weitere Schritte unterbleiben. Die Informationen zum Entschärfen der Alarmanlage, so Silke Schmidt weiter, können inzwischen wieder von den Rettungskräften genutzt werden.
Für alle größeren Objekte existieren bei der Freiwilligen Feuerwehr entsprechende Alarmpläne. Diese beinhalten vor allem technische Informationen. Rettungswege und -zufahrten, Wasseranschlüsse und Sprinkleranlagen, aber auch bauliche Details, wie etwa der Verlauf von tragenden Wänden oder Balken sind darin akribisch verzeichnet. Bei regelmäßigen Einsatzübungen - wie am Hotel, am Krankenhaus, am Landratsamt oder auch in Unternehmen werden die Unterlagen aktualisiert.

 


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