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Tragischer ICE-Stopp
Verzweiflungstat zog Sperrung der Bahnstrecke nach sich
APOLDA.
Mit einer mehrstündigen Sperrung der ICE-Trasse Erfurt - Leipzig
musste die Deutsche Bahn gestern offenbar auf die Verzweiflungstat
eines jungen Mannes reagieren.
Gegen 13.50 Uhr unterbrach der ICE 1559, der von Frankfurt/Main
nach Leipzig unterwegs war, einige Kilometer nach dem Bahnhof Apolda
seine Fahrt. Reisende hatten mit ansehen müssen, wie ein Mensch
aus dem Zug sprang. Der Zugführer verständigte sofort die
Rettungsleitstelle des Weimarer Landes. Diese leitete eine groß
angelegte Suchaktion von Bundesgrenzschutz, DRK, Kripo Jena sowie
der Polizei und Feuerwehr aus Apolda ein. Hiefür musste die Strecke
von 13.50 Uhr bis 17.35 Uhr erst komplett, dann eingleisig gesperrt
werden. Der Fernverkehr wurde über Sangerhausen umgeleitet, der
Regionalverkehr zwischen Weimar und Großheringen mit Bussen bewältigt.
Die Suche nach dem jungen Mann erstreckte sich von der Bahntrasse
bei Nauendorf bis über den Bereich des Apoldaer Bahnhofes hinaus.
Der 18-Jährige aus Sachsen konnte nahe des großen Viaduktes jedoch
nur noch tot geborgen werden. "Die Kripo Jena hat die Ermittlungen
aufgenommen. Nach unseren bisherigen Erkenntnissen gehen wir aber
von Suizid aus", sagte gestern Bernd Hakenes, Leiter des Ermittlungsdienstes
beim Bundesgrenzschutz in Erfurt. Auf einen Unfall deute
nichts hin. Auch ein technischer Defekt am ICE, der einen Sturz aus
dem Zug verursacht haben könnte, sei ausgeschlossen. Zudem sei es
unmöglich, während der Fahrt die Türen des Zuges zu öffnen. Wie der
junge Mann nach draußen gelangte, war gestern noch nicht klar.
(Artikel der "Thüringer Allgemeine" vom 21.07.2004)
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