Suche nach einer Person auf der Bahnanlage
20.07.2004



 

TRAGIK: Feuerwehr, Bundesgrenzschutz und Polizei suchten gestern die Bahnstrecke ab.

 

 
Tragischer ICE-Stopp
Verzweiflungstat zog Sperrung der Bahnstrecke nach sich


APOLDA.
Mit einer mehrstündigen Sperrung der ICE-Trasse Erfurt - Leipzig musste die Deutsche Bahn gestern offenbar auf die Verzweiflungstat eines jungen Mannes reagieren.
Gegen 13.50 Uhr unterbrach der ICE 1559, der von Frankfurt/Main nach Leipzig unterwegs war, einige Kilometer nach dem Bahnhof Apolda seine Fahrt. Reisende hatten mit ansehen müssen, wie ein Mensch aus dem Zug sprang. Der Zugführer verständigte sofort die Rettungsleitstelle des Weimarer Landes. Diese leitete eine groß angelegte Suchaktion von Bundesgrenzschutz, DRK, Kripo Jena sowie der Polizei und Feuerwehr aus Apolda ein. Hiefür musste die Strecke von 13.50 Uhr bis 17.35 Uhr erst komplett, dann eingleisig gesperrt werden. Der Fernverkehr wurde über Sangerhausen umgeleitet, der Regionalverkehr zwischen Weimar und Großheringen mit Bussen bewältigt. Die Suche nach dem jungen Mann erstreckte sich von der Bahntrasse bei Nauendorf bis über den Bereich des Apoldaer Bahnhofes hinaus. Der 18-Jährige aus Sachsen konnte nahe des großen Viaduktes jedoch nur noch tot geborgen werden. "Die Kripo Jena hat die Ermittlungen aufgenommen. Nach unseren bisherigen Erkenntnissen gehen wir aber von Suizid aus", sagte gestern Bernd Hakenes, Leiter des Ermittlungsdienstes beim Bundesgrenzschutz in Erfurt. Auf einen Unfall deute nichts hin. Auch ein technischer Defekt am ICE, der einen Sturz aus dem Zug verursacht haben könnte, sei ausgeschlossen. Zudem sei es unmöglich, während der Fahrt die Türen des Zuges zu öffnen. Wie der junge Mann nach draußen gelangte, war gestern noch nicht klar.
(Artikel der "Thüringer Allgemeine" vom 21.07.2004)

 


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