Grobmüllhaufenbrand in der Paul-Schneider-Straße
27.08.2004



 
Feuer ließ Scheiben bersten
Brandstiftung vor einem Haus mit Frauenschutzwohnungen /
Bewohner blieben unverletzt


Den Notruf wählten gestern Morgen besorgte Anwohner in Apolda. Brennender Sperrmüll hatte sie aus dem Schlaf geschreckt.
APOLDA.
Um 6.22 Uhr erreichte der Notruf die Freiwillige Feuerwehr Apolda. Neun Minuten später erschienen die 13 ausgerückten Feuerwehrmänner mit drei Fahrzeugen an der Brandstelle. Das Feuer bedrohte schon einen Balkon. Scheiben barsten und nahe stehende Mülltonnen begannen zu schmelzen. Die Kameraden der Feuerwehr konnten ein Übergreifen der Flammen auf das Haus jedoch verhindern. Wenig später waren die lichterloh brennenden alten Möbel gelöscht. Anwohner mussten während der Löscharbeiten glücklicherweise nicht evakuiert werden. Der Schreck saß tief, dennoch bestand zu keinem Zeitpunkt Gefahr für die Bewohner des Hauses, sagte Polizeihauptkommissar Andreas Thamm. Die Feuerwehr und die zunächst ermittelnde Polizei Apolda gehen von Brandstiftung aus. Deswegen auch beschäftigen sich die Brandursachenermittler der Kriminalpolizei Jena mit dem Fall. Sollte hier tatsächlich jemand gezündelt haben, gebe es auch ein naheliegendes Motiv: In dem Haus befinden sich Frauenschutzwohnungen. So kann nach gegenwärtigem Ermittlungsstand noch nicht ausgeschlossen werden, dass hier ein verstörter oder betrunkener Ehemann Rache nehmen wollte.
Es wäre nicht das erste Mal, dass Männer versuchen, in den zu Recht geschützten Lebensraum der Frauen zu gelangen. So berichtete eine Mitarbeitern der Diakonie, die mit der Betreibung der Wohnungen beauftragt ist, dass die Männer dabei immer erfinderischer werden und oft auch mit Gewalt drohen. Zwar hat sich die Lage weitestgehend normalisiert, seit das Frauenhaus mit seiner bekannten Adresse an der Lessingstraße aufgelöst wurde und die Frauen in Einzelwohnungen untergekommen sind. Dennoch tauchen immer wieder Männer in der Diakonie auf, die den Status quo nicht akzeptieren wollen. Meistens versuchen sie es allerdings mit der Mitleidsmasche.
(Artikel der "Thüringer Allgemeine" vom 28.08.2004)

 


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