Fehlalarm im Krankenhaus
16.08.2005




 
Als der Koch Dampf machte
Feueralarm am Dienstagmorgen im Apoldaer Krankenhaus entpuppte sich recht schnell als Fehlmeldung


Jetzt dürften es die Patienten aus der Zeitung erfahren: Gestern früh um 6.54 Uhr löste ein Rauchmelder in der Küche des Robert-Koch-Krankenhauses Feueralarm aus. Der Ton war nur am Empfang zu hören. Gebrannt hat es jedoch nicht, nur stark gedampft.

APOLDA.
Neun Minuten nach Auslösen des Feueralarms und der Mobilisierung des Feuerwehr-Löschzuges durch die Rettungsleitstelle waren die 16 Kameraden am vermeintlichen "Brandherd" eingetroffen. - In der Zentralküche brodelte es zu stark aus den Töpfen, in denen der Koch das Mittagessen vorbereitete. Der optische Rauchmelder fand das einen zu starken Tobak und gab Signal.
Inzwischen hatten die Techniker aus dem Krankenhaus das Malheur bereits aufgedeckt. Dank der Brandmeldeanlage konnte die Mitarbeiterin am Empfangstresen sofort den Rauchmelder lokalisieren. Inzwischen waren nach einem Alarmplan auch Technischer Leiter, Verwaltungschef und Brandschutzbeauftragter telefonisch verständigt worden. "Die Rettungskette hat optimal funktioniert", resümierten Verwaltungschef Uwe Koch und Brandschutzbeauftragter Rolf-Michael Reinhard am Nachmittag. Gleichzeitig mit dem Feueralarm seien automatisch die Lüftungsanlagen abgeschaltet und die Entrauchungsanlagen eingeschaltet worden. Beide lobten die Schnelligkeit der Feuerwehr, die mit ihrem gesamten Löschzug bereits neun Minuten nach dem Feueralarm im Krankenhaus angekommen ist. "Für uns war das eine ziemlich gute Übung, besser als simuliert", schätzte Stadtbrandinspektor Ingo Knobbe den Einsatz vom Morgen ein. Den Feueralarm habe keiner grob fahrlässig oder vorsätzlich ausgelöst, so der Fachmann: "Es war ein ganz normaler Küchenbetrieb." So etwas komme auch in Hotels oder Veranstaltungshäusern vor. Das Krankenhaus überlegt, den sensiblen Rauchmelder in der Küche gegen einen auszutauschen, der nur auf Hitze reagiert. 1000 Rauchmelder hat das Krankenhaus in Fluren, Technikbereichen, Aufenthalsräumen, Laboren und Rettungswegen installiert. (Artikel von André Hess "Thüringer Allgemeine" vom 17.08.2005)

 


 
Stich-Wort
Alarmiert
Von André Hess


Sollte man dem Klinik-Koch böse sein, dass er gearbeitet hat? Sicher nicht. Bei der Verkettung unglücklicher Umstände hatten sich so genannte Küchenwrasen gebildet. Der Wasserdampf drückte in einer solchen Wucht aus den Töfen, dass die Alarmglocken des Rauchmelders anschlugen. - Es ist nichts passiert, auch der Koch hat sich nicht verbrannt und die Feuerwehr hatte auch nichts zu löschen. Wichtig ist das Resümee der Schrecksekunden: Sowohl die Alarmierung der Rettungskräfte als auch der Verantwortlichen aus dem Krankenhaus klappte wie im Ernstfall vorgeschrieben. So war die Panne zwar eine Unterbrechung der Tagesroutine. Doch Alarm lieber einmal umsonst, als einmal gar nicht oder zu spät.
(Artikel der "Thüringer Allgemeine" vom 17.08.2005)

 


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