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Dachstuhl lichterloh in Flammen
Apolda: Großbrand in Einfamilienhaus
Apolda. Nur zehn Minuten, nachdem sie das Haus verlassen hatte, verlor
Familie K. aus Apolda gestern ihr Hab und Gut: Als ihre Nachbarn aus der
Fichtestraße 10 um 8.13 Uhr die Feuerwehr alarmierten, quoll noch dicker Rauch
aus der Esse - doch schon zwei Minuten später hatte sich die Dachhaut geöffnet
und die Flammen schlugen meterhoch in den grauen Novemberhimmel. Da war bereits
Wehrführer Ingo Knobbe vor Ort eingetroffen und wies seine Kameraden ein. Mit
sechs Fahrzeugen - darunter der Drehleiter - waren die Apoldaer Floriansjünger
in die Fichtestraße 8 gejagt. Doch weil die Zufahrt zu den Grundstücken in der
Sackgasse zu schmal für die Löschfahrzeuge ist, mussten die Kameraden in
Windeseile Schläuche bis zum Hydranten in der Müllerstraße ausrollen und kuppeln,
ehe sie den Brand förmlich in die Zange nahmen: Ein Trupp richtete den Wasserstrahl
von außen auf den inzwischen lichterloh brennenden Dachstuhl, der andere nahm den
Weg durchs Gebäude und die Flammen von innen unter Beschuss. Doch die Kameraden
konnten nur verhindern, dass das Feuer auf die Wohnräume im Erdschoss
übergriff - das Dach war nicht zu retten. Noch Stunden, nachdem das Feuer
gelöscht war, quollen Rauchschwaden aus dem verkohlten Balkengerippe. Stück
für Stück landeten die Reste vor der Garageneinfahrt und im Garten, denn um
an Glutnester heranzukommen und die Gefahr einer erneuten Entzündung zu unterbinden,
beräumten die Kameraden, was vom Dach übrig geblieben war. Keine ungefährliche
Angelegenheit: Schon bei den Löscharbeiten war ein 26 Jahre alter Feuerwehrmann
vom Dach ins erste Geschoss gestürzt, wobei er sich aber glücklicherweise nicht
verletzte. Am Nachmittag wurde eine Plane über das Dach gespannt, um das Haus
zu sichern - heute nehmen die Experten der KPI die Ermittlungen zur Brandursache
auf. Freundliche Geste: Die Nachbarn versorgten Feuerwehr und Polizei, die
stundenlang in der Kälte arbeiteten, mit heißem Kaffee.
Das freistehende Einfamilienhaus war 1970 gebaut und nach der Wende saniert sowie
um einen Anbau erweitert worden. Die Eigentümer, die gestern Vormittag fassungslos
vor ihrem zerstörten Heim standen, hatten nur den Anbau bewohnt. Andreas Tamm,
stellvertretender Leiter der PI Apolda, schätzte den Schaden auf 200.000 Euro.
Für die Stützpunktwehr war der Großbrand bereits der zweite binnen sechs Tagen:
Erst am Freitag wurden durch ein Feuer vier Wohnungen in einem Mehrfamilienhaus
in der Seelenbinderstraße zerstört.
(Artikel der "TLZ" von Sybille Göbel vom 24.11.2005) |
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