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Ölofen explodiert
Wohnungsbrand in Apolda forderte fünf Verletzte / 200.000 Euro Sachschaden
Fünf Verletzte forderte ein Wohnungsbrand gestern Nacht in der Erfurter Straße.
Kurz vor vier Uhr explodierte im Schlafzimmer im zweiten Obergeschoss eines
Einfamilienhauses ein Ölofen. Die Mutter liegt noch immer auf Intensivstation,
Lebensgefahr besteht jedoch nicht mehr.
APOLDA.
Aus dem Schlaf gerissen wurden gestern Morgen zwei Familien in der Erfurter
Straße. Im Schlafzimmer des zweiten Obergeschosses eines Mehrfamilienhauses
explodierte ein automatischer Ölofen. Durch die Wucht der Explosion wurde
sogar die Decke zum Dachboden durchgesprengt.
Das dort schlafende Ehepaar kümmerte sich zunächst um ihren zweijährigen Junge,
um das Kind vor den Flammen zu retten. Vater und Sohn schafften es bis auf
den Hof, auch die Eltern, die im ersten Stock schliefen. Die Mutter wurde vom
rasch eintreffenden Rettungsdienst aus der Wohnung gerettet. Alle fünf
Hausbewohner trugen dabei Verletzungen davon. Vier wurden mit Rauchvergiftungen
ins Krankenhaus gebracht, eine Frau musste wegen einer Herzattacke behandelt
werden.
Nach Angaben des Robert-Koch-Kankenhauses liegt die 29-jährige Mutter wegen
Rauchgasvergiftung immer noch auf der Intensivstation. Lebensgefahr besteht
aber nicht mehr. Ihr zweijähriger Sohn wird auf der Kinderstation versorgt.
Die 59-jährigen Großeltern wurden auf der internistischen Station aufgenommen.
Der 29-jährige Vater konnte das Krankenhaus indes wieder verlassen.
Die Freiwillige Feuerwehr Apolda braucht mit 21 Kameraden und fünf
Einsatzfahrzeugen relativ lange, um den Brand in der Nacht schließlich unter
Kontrolle zu bringen. Der Dachstuhl stand sofort in Flammen, auch die nach
hinten ausgebaute Wohnung brannte lichterloh beim Eintreffen der Kameraden.
Von drei Seiten ließ Wehrführer Ingo Knobbe seine Mannschaft angreifen. Über
die Drehleiter wurde die Dachhaut aufgerissen und der Dachstuhlbrand bekämpft.
Zwei andere Kameraden hielten von der Erde aus den Strahl ihres Löschrohres
genau in das Unglückszimmer, wo das Öl den Flammen immer wieder neue Nahrung
gab. Schließlich wechselten sich auch im Inneren des Hauses immer wieder
Feuerwehrleute mit Presslufatmern ausgerüstet beim Löschangriff ab.
Um 5.19 Uhr gab Knobbe das erlösende Kommando: Feuer aus!
Das so genannte Ablöschen dauerte dann noch bis gegen halb neun Uhr morgens.
Eine Brandwache sicherte den Unglücksort bis zum Eintreffen der Kriminalpolizei
Jena. Deren Brandursachenermittler erforschten die Ursache der Explosion.
Vermutet wird bisher dass der Ölofen die Explosion herbeiführte. Ob es sich dabei
um eine Verpuffung handelte, konnte von der Polizei noch nicht bestätigt
werden.
Teile des explodierten Ölofens werden jetzt noch vom Technischen
Überwachungsverein (TÜV) untersucht. Der Sachschaden nach dem Hausbrand
beträgt nach Polizeiangaben rund 200.000 Euro.
(Artikel der "Thüringer Allgemeine" vom 03.05.2006) |
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