Gefahrgutunfall auf der A4
25.04.2006



 

Feuerwehrleute in Gelb desinfizieren einen Kollegen im grünen Schutzanzug.

 


 

Experten sichern das umgekippte Faß.

 


 
Gestern auf der A 4…


Eichelborn - Nicht viel gefehlt und die A4 wäre gestern Deutschland blondeste Autobahn geworden …
Ein Brummi-Fahrer ruft um 13.10 Uhr die Polizei an: "Da kommt ein stechender Geruch von einem tschechischen LKW." Großalarm für Feuerwehr und Polizei. Die Beamten rücken aus, stoppen das Gefährt auf der Raststätte Eichelborn.
Dort entdecken sie, dass sechs der 50 Fässer lecken. Inhalt: 1200 Liter Wasserstoffperoxid (wird auch zum Bleichen von Haaren verwendet). Die Feuerwehr sichert die explosive Ladung.
(Artikel der "Bild-Zeitung" vom 25.04.2006)

 


 
Sperrzone Rastplatz In Eichelborn wurde gestern über Stunden Gefahrgut unschädlich gemacht

Wegen eines Gefahgut-Einsatzes war die Autobahn-Raststätte Eichelborn gestern Nachmittag komplett gesperrt. Polizei und Feuerwehr waren für mehrer Stunden Einsatz.

EICHELBORN.

Der Fahrer eines Lasters hatte es als erster bemerkt. Er berichtete den gerade auf der A4 eingesetzten Kontrolleuren des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG) gegen 13.10 Uhr von einem anderen Lkw, der einen stechenden Geruch absondere. Beamte der Autobahn-Polizei lotsten daraufhin den aus Tschechien stammenden Fahrer (48) auf den Parkplatz bei Eichelborn.
Die Kontrolle des Sattelzuges bestätigte den Verdacht. Auf der Ladfläche befand sich Gefahrgut. Sechs der mit Wasserstoffperoxid beladenen 200-Liter-Fässer waren umgefallen und liefen aus. Deshalb "wurden die Einfahrt zum Rastplatz gesperrt und der Parkplatz samt Tankstelle und Raststätte beräumt", so Polizeihauptkommissar Michael Germer von der Einsatzzentrale in Jena. Feuerwehrleute aus Weimar und Bad Berka vom gemeinsamen Gefahrschutz-Zug banden unter Schutzanzügen und mit Atemmasken die auslaufende Flüssigkeit. Sie sprühten den Laderaum und die Fässer (insgesamt über 10.000 Liter Wasserstoffperoxid) aus bzw. ab. Die Fässer wurden dazu teilweise mit einem Gabelstapler entladen und danach wieder in den Frachtraum gehievt. Gesundheitlichen Schaden nahm niemand.
Wasserstoffperoxid ist für Bleichmittel, das z.B. fürs Haare blondieren verwendet wird. Es könne "je nach Konzentration Verätzungen auf der Haut, in den Augen oder auf den Schleimhäuten verursachen", erläuterte der Feuerwehr-Einsatzleiter vor Ort. Zwar ist der Stoff selbst nicht brennbar, bei Freisetzung von Sauerstoff wirkt er aber brandfördernd.
Wegen der unzureichender Absicherung der Fässer verhängte das BAG ein Bußgeld von 1075 Euro gegen den Fahrer. Hinzu kommen die Kosten für den Havarieeinsatz, hieß es bei der Polizei-Einsatzzentrale. Unter Vorbehalt wurden sie gestern auf 4.000 bis 5.000 Euro geschätzt. Erst kurz vor 17 Uhr konnte das Rastplatz-Areal wieder freigegeben werden.
Artikel der "Thüringer Allgemeine" von Jörg Heise vom 25.04.2006)

 


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