Sperrzone Rastplatz
In Eichelborn wurde gestern über Stunden Gefahrgut unschädlich gemacht
Wegen eines Gefahgut-Einsatzes war die Autobahn-Raststätte Eichelborn gestern
Nachmittag komplett gesperrt. Polizei und Feuerwehr waren für mehrer Stunden
Einsatz.
EICHELBORN. Der Fahrer eines Lasters hatte es als erster bemerkt. Er berichtete den gerade
auf der A4 eingesetzten Kontrolleuren des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG)
gegen 13.10 Uhr von einem anderen Lkw, der einen stechenden Geruch absondere.
Beamte der Autobahn-Polizei lotsten daraufhin den aus Tschechien stammenden
Fahrer (48) auf den Parkplatz bei Eichelborn.
Die Kontrolle des Sattelzuges bestätigte den Verdacht. Auf der Ladfläche befand
sich Gefahrgut. Sechs der mit Wasserstoffperoxid beladenen 200-Liter-Fässer
waren umgefallen und liefen aus. Deshalb "wurden die Einfahrt zum Rastplatz
gesperrt und der Parkplatz samt Tankstelle und Raststätte beräumt", so
Polizeihauptkommissar Michael Germer von der Einsatzzentrale in Jena.
Feuerwehrleute aus Weimar und Bad Berka vom gemeinsamen Gefahrschutz-Zug
banden unter Schutzanzügen und mit Atemmasken die auslaufende Flüssigkeit.
Sie sprühten den Laderaum und die Fässer (insgesamt über 10.000 Liter
Wasserstoffperoxid) aus bzw. ab. Die Fässer wurden dazu teilweise mit
einem Gabelstapler entladen und danach wieder in den Frachtraum gehievt.
Gesundheitlichen Schaden nahm niemand.
Wasserstoffperoxid ist für Bleichmittel, das z.B. fürs Haare blondieren
verwendet wird. Es könne "je nach Konzentration Verätzungen auf der Haut,
in den Augen oder auf den Schleimhäuten verursachen", erläuterte der
Feuerwehr-Einsatzleiter vor Ort. Zwar ist der Stoff selbst nicht brennbar,
bei Freisetzung von Sauerstoff wirkt er aber brandfördernd.
Wegen der unzureichender Absicherung der Fässer verhängte das BAG ein Bußgeld
von 1075 Euro gegen den Fahrer. Hinzu kommen die Kosten für den Havarieeinsatz,
hieß es bei der Polizei-Einsatzzentrale. Unter Vorbehalt wurden sie gestern
auf 4.000 bis 5.000 Euro geschätzt. Erst kurz vor 17 Uhr konnte das
Rastplatz-Areal wieder freigegeben werden.
Artikel der "Thüringer Allgemeine" von Jörg Heise vom 25.04.2006) |