| LECKSUCHE: Genaue Lagepläne waren für die Einsatzleitung unverzichtbar. |
Wermutstropfen im Ammoniak
Nachträglich wurden in Nohra 13 Leichtverletzte festgestellt / Der wirtschaftliche Schaden ist enorm Der Ausgang war glücklich. Schadlos ging der Amoniak-Havarie im Schlachthof Nohra dennoch nicht ab. Bei genauer Betrachtung musste das Landratsamt Apolda gestern doch 13 Leichtverletzte einräumen. NOHRA.
Behörden verkünden gern gute Nachrichten. Im Fall der Ammoniak-Havarie
frohlockte das Landratsamt zu früh: Nach vorsorglicher Untersuchung in der
Nacht diagnostizierte der leitende Notarzt unter den 184 evakuierten
Mitarbeitern 13 Frauen und Männer mit leichten Verletzungen. Sie klagten
über Kopfschmerzen und Atembeschwerden, die allerdings nicht stationär
behandelt werden mussten. -Angehörige des Katastrophenschutzzuges und
der Rettungsdienste hatten vorsorglich alle Betroffenen aufgelistet
und betreut. |
| AUSWEG: Zehn der 184 Mitarbeiter mussten über die Drehleiter evakuiert werden. |
Havarie bei Weimars Wurst
Schlachthof Nohra evakuiert / Ammoniak-Defekt im Kühlsystem / Einsatz bis tief in die Nacht Großeinsatz für Feuerwehren, Polizei und Rettungsdienste aus Weimar und dem Weimarer Land. Der Weimarer Schlachthof in Nohra musste gestern Abend k omplett evakuiert werden. Nachdem aus einem Leck im Kühlsystem Ammoniak austrat. NOHRA. Havarie bei der Weimarer Wurst. Gegen 18.30 Uhr wurde im Schlachthof der
Weimarer Wurstwaren gestern Alarm ausgelöst. Aus einem der beiden Kühlsysteme
war Ammoniak ausgetreten. Die ätzende und in hohen Dosen lebensbedrohliche
Substanz verdampfte und hüllte einen Teil des Großbetriebes in eine giftige Wolke. |
| Die Chemikalienschutzanzugträger der Bad Berkaer Feuerwehr suchten nach dem Leck im Kühlsystem des Schlachthofs. |
Ammoniak-Alarm in Nohra
Havarie im Kühlsystem: 200 Mitarbeiter aus Wurstwarenfabrik gerettet
Nohra. Eine Havarie im Kühlsystem führte gestern Abend zur Evakuierung des gesamten
Schlachthofs der in Nohra (Weimarer Land) ansässigen Weimar Wurstwaren GmbH.
Durch ein Leck war flüssiges Ammoniak ausgetreten. 100 Leute der
Berufsfeuerwehr Weimar, des Katastrophenschutzes Bad Berka und weiterer
freiwilliger Feuerwehren waren im Einsatz. 200 im Schichtdienst Beschäftigte
hielten sich im Schlachthof auf und mussten stundenlang eine Zwangsarbeitspause
einlegen: Vor seiner Wiederaufnahme der Schicht musste der Betrieb vom Amt für
Arbeitsschutz freigegeben werden. Schwer verletzt wurde niemand, doch klagten
etliche Mitarbeiter über Atembeschwerden. Die Behörden sprachen von 13
Leichtverletzten. Ammoniak kann Schleimhäute, Lungen und Augen verätzen. |
| Vier Männer der Spezialeinheit für Katastrophenschutz Bad Berka stiegen gestern in die Chemikalienschutzanzüge. Das Leck im Schlachthof spürten sie gegen 20.30 Uhr auf. |
Letztes Stündlein schlug viel später
Ammoniak-Havarie bei der Weimarer Wurstwaren GmbH
Nohra. "Freilich kann man Ammoniak binden. Am einfachsten mit Wasser",
sagt Bernhard Kind. Das einzige Problem, das der Technische Leiter des
Nohraer Schlachthofs, vor allem aber die Katastrophenschützer und die
Einsatzleitung der Weimarer Berufsfeuerwehr hatten, war, das Leck zu finden,
durch das das giftige Kühlmittel gestern austreten konnte. |
ZUR SACHE
Ammoniak ist ein stark stechend riechendes, farbloses und giftiges Gas,
das zu Tränen reizt und erstickend wirkt. Die Dichte von Ammoniakgas ist
geringer als die Dichte der Luft. |