Beseitigung der Schäden des Orkan "Kyrill"
18.01.2007



 

BLECHSCHADEN: In Apoldas Bahnhofstraße knickte ein Baum um und fiel auf die Motorhaube eines parkenden Audi. Verletzt wurde niemand.

 


 

MASSIV: Die Krone einer Weide stürzte aufs Dach des Niedertrebraer Pflegeheims.

 
 

WEGGERISSEN: Erst gut zwei Jahre ist der Tiefkühlturm des Pizza-Herstellers Papalina in Betrieb. Gestern ließ der Orkan die Front des 30-Meter-Riesen einstürzen.

 


 
Kyrill wütete bis in die Nacht
Orkan riss die Front des Papalina-Kühlturmes mit sich / Ganze Ortslagen ohne Strom

Kyrill zeichnet das Weimarer Land. Zum Glück kamen Menschen in der Region bis gestern Abend nicht zu Schaden. Allerdings fielen dem Orkan-Tief unzählige Bäume, Dächer, parkende Pkw, Stromleitungen und selbst Ampeln zum Opfer. Am augenscheinlichsten jedoch: Die gewaltigen Böen rissen die Fassade des Papalina-Kühlturmes mit sich.

APOLDA.

Jenen, die am Abend einen Blick durch die Absperrungen von Polizei und Feuerwehr erhaschen konnte, bot sich ein Bild blanker Zerstörung. Gegen 20 Uhr hat der Orkan die gesamt Front des 30 Meter hohen Tiefkühlturmes von Papalina weggerissen. Unzählige Fetzen, die einst die Wand des Hochregallagers zur Bundesstraße hin bildeten, und Teile der Beplankung wehten übers Betriebsgelände und darüber hinaus auf die angrenzenden Straßen des Gewerbeparkes B 87. Vor dem erst 2004 errichteten Kühlturm Berge aus Schutt.
Angesichts der Trümmerteile, die sich im Sturm selbstständig machten, und wegen Einsturzgefahr des Kühl-Riesen sperrten Polizei und Feuerwehr sowohl die B 87 als auch die Parallelstraßen im Gewerbegebiet. Der Verkehr Richtung Umpferstedt stand für Stunden still. Wann die Bundesstraße wieder geöffnet wird, war noch am späten Abend bloße Spekulation. Mit den Sicherungsarbeiten rund um die Unglücksstelle waren die Feuerwehren aus Apolda, Rödigsdorf, und Oberroßla bis in die Nacht hinein beschäftigt.
Stunden zuvor in Niedertrebra: die Bewohner des DRK-Pflegeheimes saßen in ihren Zimmern, sahen fern - wohl auch die ersten verheerenden Nachrichten, für die Orkan-Tief "Kyrill" verantwortlich war. Das "Kyrill" auch auf ihr Heim in Niedertrebra einen mächtigen Baum stürzen ließ bemerkten sie zunächst nicht. Der stabilen Dachkonstruktion des erst vor gut sechs Jahren eingeweihten Pflegeheim-Neubau sei Dank.
Küchen-Mitarbeiterinnen hörten kurz nach 16 Uhr den Knall, der von draußen kam. Der Sturm hatte einen der beiden stattlichen Stämme der Weide hinterm haus brechen lassen die Krone des Baumes stürzte auf den benachbarten Heim-Anbau, beschädigte aber zum Glück lediglich dessen Flachdach. Bis zum Abend mühten sich die Feuerwehren aus Niedertrebra und Bad Sulza, den schweren Stamm von der Drehleiter aus Stück für Stück zu zersägen.
Ebenfalls teuer kam der Sturm einen Audi-Fahrer zu stehen, der seinen Pkw in der Apoldaer Bahnhofstraße geparkt hatte. Ein offensichtlich kranker Baum am Straßenrand knickte direkt über der Wurzel ab und fiel geradewegs auf die Motorhaube des Audi. Die Apoldaer Feuerwehr befreite den Pkw von der Last, der jedoch massiven Blechschaden zurück behielt.
In Hopfgarten stürzte gegen 18 Uhr ein Baum in der Weimarischen Straße auf Stromkabel, in der Bad Berkaer Schmalzgrube rissen ebenfalls Elektroleitungen. Mit Stromausfall mussten sich zudem die Einwohner Magdalas, Döbritschen sowie Klein- und Großschwabhausen arrangieren. Im Schötener Grund beschädigte ein umstürzender Baum eine Garage. Weiteres Gehölz, das der Sturm nachgab, forderte zudem die freiwilligen Wehren im Landkreis, um auf den Straßen nicht zum Verkehrshindernis zu geraten. Schwere Äste und ganze Bäume brachen etwa zwischen Pfiffelbach und Oberreißen, zwischen Kranichfeld und Rittersdorf, am Radweg zwischen Kranichfeld und Hohenfelden, zwischen Oberndorf und Kapellendorf, in Kaatschen, Bad Berka, München, Tannroda, Buttelstedt, Niedersynderstedt, Vippachedelhausen und gleich mehrere in Apolda. Wegen umgestürzter Bäume musste am Abend auch die B 87 zwischen Bad Berka und Tannroda zeitweise gesperrt werden.
Auch an Häusern mussten die Wehren im Landkreis erste Hilfe leisten. In Apolda in der Jenaer Straße, in der Bad Sulzaer Salzstraße sowie in Kleinromstedt, Tannroda fielen heraus gelöste Dachteile von Gebäuden. In Apoldas Seelenbinderstraße machte sich zudem eine Markise selbstständig, die die Feuerwehr abtrennte. In der Blankenhainer Liebknechstraße wurde ein Carport Opfer des Orkans. Das Landratsamt hielt indes seinen Katastrophenschutz-Stab um den Landrat ab 15 Uhr ob möglicher Ernstfälle in Rufbereitschaft.
(Artikel von Jens Lehnert aus der "Thüringer Allgemeine" vom 19.01.2007

 


Dankschreiben des Bürgermeisters Rüdiger Eisenbrand an die Feuerwehr Apolda:

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