Sturmtief "Emma" über Apolda
01.03.2008



 

GEFÄLLT: Die Apoldaer und Oberroßlaer Kameraden griffen ein, bevor ein Baum durch den Sturm auf die B 87 kippen konnte.

 


 
Wie die Holzfäller
Emma blies am Samstag die Feuerwehren aus dem Landkreis zu zahlreichen Einsätzen


Die Katastrophe blieb aus. Sturmtief "Emma" fauchte zwar am Wochenende auch mächtig im Weimarer Land, reichte aber bei weitem nicht an Kyrill heran. Dennoch hatten die Feuerwehrleute mit umgestürzten Bäumen, herunterfallenden Dachteilen, beschädigten Telefonleitungen und abgerissenen Stromkabeln zu tun. Verletzt wurde durch den Sturm niemand.


LANDKREIS.

Mit Gewitter, Hagel, Starkregen und mächtigen Sturmböen kam Emma am Samstag ab 7.30 Uhr im Landkreis angebraust. Fortan klingelten in der Rettungsleitstelle Apolda im Minutentakt die Telefone heiß, wurden die Einsätze der Feuerwehren koordiniert. Die Apoldaer mussten gegen 7.30 Uhr den ersten umgestürzten Baum auf der Landstraße Richtung Flurstedt von der Straße räumen. 8 Uhr wurden sie in die Alexanderstraße gerufen, wo von einem Dach lose Teile gefallen waren. Es folgten Einsätze im Schötener Grund und gemeinsam mit der Moorentaler Feuerwher zwischen Oberndorf und Kapellendorf. Schließlich rückten die Apoldaer 8.40 Uhr einem größeren Problem zu Leibe, als in Pfiffelbach die Drehleiter benötigt wurde. Dort war ein Baum auf ein Haus gestürzt, es blieb aber zum Glück für alle Beteiligten bei einem Dachschaden. Quer durch den Altkreis zog sich die Spur umgestürzter oder auf die Straße zu kippen drohender Bäume. Münchengosserstädt, Wickerstedt, Obertrebra, Schmiedehausen, Wormstedt, Niedertrebra. Liebstedt, Mattstedt und Oberroßla konnten davon ein trauriges Lied singen. Dank der örtlichen Feuerwehren gelang es aber immer wieder, die Schäden in Grenzen zu halten. Das galt ebenso für die zwölf Bad Sulzaer Kameraden, deren Drehleiter-Einsatz auch in Obertrebra gefragt war, als eine Pappel auf ein Haus gefallen war, aber bis auf Dachziegel alles heil blieb. Die Kurstädter mussten außerdem vier Bäume beseitigen, die auf dem Friedhof umgestürzt waren, wurden in den Thälmannring, die Carl-Spaeter-Strße und an das Emsenwehr gerufen, wo ein Telefonmast abgeknickt war.
Schlimm hätte es auch in Apolda in der Erfurter Straße ohne die Retter ausgehen können. Dort stand der Hausbesitzerin Margot Köth der Schrecken ins Gesicht geschrieben. Als sie vom Einkaufen gekommen war, sah sie die Blaufichte im Vorgarten bedrohlich hin- und herschwanken. Der etwa zwölf Meter große Baum drohte auf das Nachbarhaus zu stürzen. "Es war nur noch die Feuerwehr zu rufen, die haben super geholfen", sagte sie, nachdem die Apoldaer Kameraden eine Schlinge um den 35 Jahre alten Baum gelegt hatten und mit der Kraft des Windes, ihrer eigenen Stärke und auch etwas Glück die Fichte perfekt in die Waagerecht platzierten. "Wie die Holzfäller", staunte da die Grundstückbesitzerin und bedankte ich bei Einsatzleiter Marcel Pawlik für die schnelle und akkurate Hilfe. Bis 19 Uhr waren die 20 Apoldaer Feuerwehrleute im Einsatz, in der Not hätten noch einmal so viele alarmiert werden können. Nur der Chef war für Emma nicht im Außendienst tätig. Stadtbrandinspektor Ingo Knobbe musste sich wegen eines Innenbandanrisses (ohne Sturmeinwirkung) auf Krücken mit Büroarbeit zufrieden geben, konnte sich aber jeder Zeit auf seine Kameraden verlassen. Das ist nichts Neues.
(Artikel von André Hess der "Thüringer Allgemeine" vom 03.03.2008)

 


Bild privat


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