Rettungseinsatz in der Promenade
Jungschwan vom Lohteich wurde von gefährlichen Angelhaken befreit / Dankeschön für Wehr
Einen ungewöhnlichen Rettungseinsatz leisteten die Kameraden der Apoldaer Wehr
kürzlich, als sie einen verletzten Schwan in der Promenade einfingen.
APOLDA.
Fünf niedliche Schwanenbabys erblickten im Vorjahr in Apolda das Licht der Welt.
Nur eines von ihnen überlebte bis heute - der Rest fiel Krankheiten oder Wildtieren
zum Opfer.
Als Fußgänger vor einigen Tagen durch die Promenade liefen, fiel ihnen etwas
ungewöhnliches auf: dem letzten Jungschwan hing eine Angelsehne aus dem Hals.
Die Passanten setzten sich mit dem Apoldaer Tierschutzverein in Verbindung. Da
der gefiederte Zweibeiner jedoch auf dem Lohteich umherschwamm, konnte man
zunächst nichts ausrichten und alarmierte gemeinsam die Feuerwehr. Bei der
tierischen Rettungsaktion setzten die Kameraden auch ein Boot ein, mit dem sie
den Schwan relativ problemlos einfangen konnte.
Im Eiltempo brachten sie den Verletzten in die Praxis von Dr. Norbert Michel,
der den Jungschwan zunächst röntgte. Entgegen ersten Vermutungen, dass der
Schwan wohl einen Wurm von der Angel naschen wollte und den Haken herunter
schluckte, befand sich dieser jedoch tief verwurzelt im Fleisch und das andere
Ende baumelte am Hals. Es ist rätselhaft, wie er dorthin gelangte.
Wahrscheinlich hat sich das Tier den Schaden selbst zugefügt. "Da das Fleisch
bereits entzündet war und schon begonnen hatte, sich zu zersetzen, war eine
Operation notwendig", erklärte der Tierarzt.
Die Feuerwehrmänner leisteten auch in der Praxis Hilfe und setzten den Schwan
anschließend wieder in der Promenade ab. Seit dem Vorfall hat sich der
Unglücksrabe gut erholt und ist wieder zu Kräften gekommen. Für ihr tolles
Engagement bedankte sich der Vorstand des Tierschutzvereins bei den Floriansjüngern.
(Artikel der "Thüringer Allgemeine")