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Die schriftlichen Zeugnisse der Florianslegende haben
sein Leben und sein Sterben im frühchristlichen Frühjahr
des Jahres 304 jahrhundertelang poetisch ausgeschmückt.
Das Volk jedoch wusste von ihm noch etwas Schöneres.
Von Mund zu Mund wurde eine wundersame Tat des
Knaben Florian verbreitet:
Er hatte, so klein er noch war, einen Hausbrand mit einem
winzigen Kübel Wasser gelöscht. Weiterhin blieb ein Köhler
in einem brennenden Meiler unversehrt, als er Florian zu
Hilfe gerufen hatte. So bekam der zur Zeit der Christenhasser
Diokletian und Macimin der Ertränkte, der mit einem Mühlstein um
den Hals in die reißende Enns geworfen wurde, gegen Ende des
Mittelalters die Attribute Feuer, Haus, Wasserkübel oder Krug.
Die früh aufgeschriebenen Floriansberichte setzen die
Märtyrerakten des 2. und 3. Jahrhunderts fort.
Florian war ein starkmütiger Einheimischer und verweigerte
sich selbst dann noch, abtrünnig zu werden, als ihm Schergen
die Schulterblätter zertrümmert hatten. Daraufhin, am 04. Mai 304,
wurde er von der Ennsbrücke in den Fluss gestürzt. Das Ertränken
war damals eine übliche Todesart, denn so konnte der Leichnam nicht
mehr verehrt werden. Der ihm den Stoß gab, blieb danach zeitlebens
blind, und so fahren die nach Hieronymus, Alkuin, und Notker
aufkommenden Marterbücher fort - die Flusswellen erschauderten
und setzten den Ertränkten auf einem Flussfelsen ab. Augenblicklich
schwebte ein Adler mit kreuzförmig ausgespannten Flügeln herab
und bewachte die Leiche, bis der Heilige der frommen Witwe Valeria
erschienen war. Diese verbarg seinen Leichnam so lange unter
Buchenlaub, bis sie ihn eilig und eifrig in Gottes Erde
bestatten konnte.
Die Florianslegende berichtet, das Valerias Gespann von
kleinen Zugtieren unterwegs ermattete, worauf die Witwe
so lange betete, bis eine heute noch fließende Quelle entsprang,
die ihre Tiere erquickte. Durch jähes Halten bezeichnete sie
kurz darauf den Ort, an dem der Heilige begraben werden wollte.
An dieser Stelle steht seit 1071 das Augustiner-Chorherrenkloster
St. Florian. Weil der Märtyrer in einem Fluss ein gewaltsames
Ende fand wird er u.a. auch gegen Überschwemmungen gerufen. |
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